Attack on Titan: Wings of Freedom auf dem Prüfstand – Die Gefahr lauert auf der anderen Seite der Mauer…

Attack on Titan gehört mit Sicherheit zu den gefeiertsten Anime-Serien der letzten Jahre, die es mit ihrem interessanten Setting in einer dramatischen Welt, die von Menschen fressenden Riesen, den sogenannten Titanen, bewohnt wird, schafft, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Es erscheint also nur logisch, dass man sich mittlerweile auch einer Umsetzung als Videospiel gewidmet hat. Dieses wurde von Omega Force entwickelt, gemeinhin vor allem bekannt für die hauseigene Hack ’n Slash-Action in Form der Dynasty Warriors-Spiele. Doch was taugt das Spiel zum Anime? Wir haben uns den Titel für euch angeschaut:

 

Story

Für alle, die mit der Geschichte des Anime zu Attack on Titan nicht vertraut sind, ist eine grobe Zusammenfassung der Ereignisse schnell erzählt: Die Menschheit lebt in einer Welt, die eines Tages plötzlich von riesigen Titanen heimgesucht wird, die gerne einmal ein paar Menschen als Zwischenmahlzeit verdrücken. Um sich dieser Plage zur Wehr zu setzen, bauen die Menschen drei große Mauern namens Maria, Rose und Sina, hinter denen sie sich verschanzen. Zusätzlich richtet man drei militärische Einheiten ein, die sich der Aufrechterhaltung der Sicherheit der Menschen verschreiben: Die Mauergarnison, die Militärpolizei und allen voran der Aufklärungstrupp, der sich auch immer wieder vor die Tore der Mauern wagt, um im ungesicherten Gebiet gefährliche Erkundungsmissionen durchzuführen.

Urplötzlich taucht jedoch ein gigantischer Titan vor den Toren der äußersten Mauer Maria auf und schafft es, dem Bollwerk einen Durchbruch beizubringen, durch den seine Artgenossen reihenweise in den Bereich zwischen Mauer Rose und Mauer Maria strömen können, um dort Verwüstungen anzurichten, die ihres Gleichen suchen. Fünf Jahre danach setzt die Geschichte des Spiels ein, in dem ihr in die Rolle vieler verschiedener Charaktere aus der Anime-Vorlage schlüpft, deren Schicksal immer irgendwie miteinander verknüpft ist. Dazu zählen neben Eren Jäger und Mikasa Ackerman z.B. auch deren Freund aus Kindertagen Armin oder Leutnant Levi aus dem Aufklärungstrupp. Immer wieder stellt ihr euch den Horden der Titanen in den Weg und versucht mit allen Mitteln, die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.

Gameplay

Das Gameplay des Spiels fokusiert sich voll und ganz auf das besondere Kampfsystem. Die Titanen, die auf den ersten Blick schwer bezwingbar erscheinen, können alle ihre Gliedmaßen nach kurzer Zeit regenerieren, sollten ihnen diese im Kampf abgetrennt werden. Doch einen Schwachpunkt haben auch diese mächtigen Wesen: Einen Punkt in ihrem Nacken, der ihnen bei einem erfolgreichen Angriff auf diesen zum Verhängnis wird. Um den Angriffen der Titanen auszuweichen und diesen Schwachpunkt erreichen zu können, haben die Menschen eine Kampfausrüstung entwickelt, die aus einer Mischung aus Klingen, Greifhaken und einem gasbetriebenen Booster besteht. Dieses System erlaubt es dem Spieler sogenannte 3D-Manöver in der Luft auszuführen und die Titanen schwindelig zu spielen, bevor man diesen den Gnadenstoß erteilt. Genau hier liegt die vielleicht größte Stärke des ganzen Spiels, denn dieses Kampf- und Fortbewegungssystem haben die Mannen von Omega Force wirklich bis ins Detail umgesetzt, so dass es ein wahres Vergnügen ist, zwischen den Häusern einer Stadt oder den zerklüfteten Wänden einer Schlucht durch die Luft zu manövrieren und den Titanen zu Leibe zu rücken.

Einmal in den Kampf mit einem solchen Ungetüm verwickelt, könnt ihr versuchen, direkt dessen Nacken mit einem gezielten Hieb zu treffen, oder ihr konzentriert euch zunächst auf die Gliedmaßen, um den Titan nahezu kampfunfähig zu machen und so leichteres Spiel beim finalen Angriff zu haben. Bedenkt jedoch, dass sich die Arme und Beine der Ungetüme nach einiger Zeit wieder regenerieren. Nichtsdestotrotz, kann es sich lohnen, sich zunächst um diese Gliedmaßen zu kümmern, denn hin und wieder können so Materialien gesammelt werden, die ihr zur Entwicklung neuer Waffen oder zur Modifikation bereits im Besitz befindlicher Kampfinstrumente verwenden könnt. Solche Materialien könnt ihr allerdings auch mit Hilfe erspielter Punkte kaufen oder für den Abschluss von Missionen als Belohnungen erhalten. Gelingt euch der finale Schlag gegen einen der Titanen, endet dies meißt äußerst blutig und effektreich. Wer es gerne etwas weniger brutal mag, der kann die Bluteffekte jedoch auch im Menü ausstellen.

So schön die Kampfeffekte auch sind, so nervig können diese manchmal auch sein, vor allem wenn man im ganzen Chaos mal wieder die Orientierung verliert oder die Effekte zu kleineren Rucklern führen, die den Spielfluß ein wenig stören. Hier hätte man durchaus ein wenig mehr mit Effekten geizen können, um so ein flüssigeres Spielerlebnis zu ermöglichen.

Obwohl der Kampf gegen die Titanen durchaus Spaß macht und es neben dem Angriffsmodus, der im Grunde den Story-Modus des Spiels darstellt und neben Hauptmissionen auch zusätzliche Erkundungsmissionen enthält, auch einen Koop-Online-Multiplayer gibt, kann es einem nach einiger Zeit schon einmal etwas langweilig werden, was vor allem zwei Tatsachen geschuldet ist: Zum einen bietet AoT Wings of Freedom trotz einstellbarem Schwierigkeitsgrad auch im schwierigsten Modus keine allzu großen Herausforderungen für den Spieler, erscheint es doch manchmal komplizierter an Ressourcen, wie neue Klingen und Gaß zur Fortbewegung, zu gelangen, als die eigentlichen Kämpfe gegen die Titanen auszutragen. Zusätzlich ist das Game einfach ein wenig eintönig. So gut das Kampfsystem gelungen ist, so stringent wird es doch nach einiger Zeit, wenn man nichts weiter zu tun bekommt, als immer wieder neue Horden von Titanen mit den gleichen Manövern und Waffen zur Strecke zu bringen.

Obwohl also ein gewisser Spielspaß-Abnutzungsfaktor bei diesem Game durchaus eine Rolle spielt, ist es erstaunlich, dass man nach einiger Abstinenz von den Titanenkämpfen immer wieder mit neuem Spaß und neuer Motivation an die Konsole zurückkehrt. Diesem Fakt ist es zu verdanken, dass sich AoT Wings of Freedom durchaus als richtig guter Titel für eine schnelle Runde zwischendurch erweißt, denn bei ein oder zwei Stunden in der Welt der Titanen, kommt dann auch keine Langeweile auf!

Grafik

Tatsächlich trägt die Grafik des Titels maßgeblich dazu bei, dass in Attack on Titan: Wings of Freedom das Anime-Feeling der zugrunde liegenden Serie nie verloren geht. Auch die hin und wieder nahtlos in den Spielverlauf eingebetteten Zwischensequenzen tragen hierzu ihr Nötigstes bei. Obwohl die Grafik auf aktuellen Systemen, wie der PlayStation 4 (unser Testsystem) oder der XBox One sicher nicht schlecht und besonders detailarm wirkt, merkt man an den teils sehr grob gehaltenen Texturen doch, dass es sich hier um ein Game handelt, das auch für die PlayStation Vita und die PlayStation 3 entwickelt wurde, die den neuesten Heimkonsolen leistungsmäßig natürlich hinterherhinken. So wäre bei einer Fokusierung auf diese neuen Systeme sicherlich eine etwas verfeinerte Grafik mit detailreicheren Texturen möglich gewesen. Im Hinblick auf die allerdings aktuell schon hin und wieder auftretenden Ruckler bei effektreichen Szenen, ist der etwas geringere Detailgrad aber vielleicht gar nicht so verkehrt.

Sound

Beim Sound überzeugt das Spiel dann allerdings auf ganzer Linie. Dies liegt nicht zuletzt an den japanischen Originalstimmen, die dem Spiel noch mehr das Gefühl des Animes einverleiben. Allerdings ist es trotzdem ein wenig schade, dass man dem Spieler hier nicht noch wenigstens eine englische Tonspur zur Auswahl gestellt hat, so dass man zum Verständnis der Handlung immer auf die deutschen Untertitel achten muss, sollte man des Japanischen nicht mächtig sein.

Die Vertonung stellt natürlich trotzdem ein ganz klares Plus des Spiels dar und liefert neben der Charaktersynchronisation auch passende Geräucheffekte in den Kampfeinlagen oder stimmungsvolle musikalische Untermahlung in den Zwischensequenzen.

Fazit

Mit Attack on Titan: Wings of Freedom gelingt Entwickler Omega Force eine sehr solide Videospiel-Adaption einer großartigen Anime-Vorlage, die mit einer detailreichen und fast makellosen Umsetzung des aus der Serie bekannten Kampfsystems und den originalen japanischen Synchronstimmen punkten kann. Trotz also sehr guter Voraussetzungen, verliert das Spiel auf Grund seiner Eintönigkeit und der etwas zu geringen Schwierigkeit auf Dauer beim Spaßfaktor. Zu Gute halten muss man dem Titel allerdings, dass er sich besonders gut als Spiel für zwischendurch eignet, soll heißen: Ein oder zwei Stunden voller Titanenkämpfe machen immer wieder mal Spaß und lassen in diesen kurzen Zeitintervallen der Langeweile keine Chance. Positiv anzumerken ist auch, dass es AoT Wings of Freedom, trotz grundsätzlich anderer Voraussetzungen und einem durch die Anime-Serie vorgegebenen Kampfsystem, schafft, das von Omega Force aus den Dynasty Warriors-Games bekannte Hack ’n Slash-Feeling nicht zu verlieren. Bei der Grafik des Titels müssen Spieler allerdings vor allem bei den Texturen einige Abstriche in Kauf nehmen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass das Spiel auch für die PlayStation 3 und die PlayStation Vita angeboten wird.

Schaut euch auch nochmal den Launch-Trailer zu AoT Wings of Freedom an:

Attack on Titan: Wings of Freedom
  • 8/10
    Story - 8/10
  • 6/10
    Gameplay - 6/10
  • 6/10
    Grafik - 6/10
  • 9/10
    Sound - 9/10
7.3/10

Kurzfassung

An der Story von AoT Wings of Freedom gibt es nicht viel zu rütteln: Hier wurde sich an die Anime-Vorlage gehalten und der fleißige Spieler wird zum Ende des Games sogar mit ein wenig Story belohnt, die über die Ereignisse des Anime hinausgeht. Beim Gameplay sticht in erster Linie das richtig gut umgesetzte Kampfsystem hervor. Bei den Kampfeffekten offenbaren sich jedoch hin und wieder leichte Schwächen im Spielfluss und durch die Eintönigkeit des Spiels kann bei längeren Sessions auch mal Langeweile aufkommen. Die Grafik spart ein wenig mit Details, vor allem bei den Texturen, vermittelt jedoch insgesamt das angestrebte Anime-Feeling. Beim Sound gibt es weder bei den Effekten, der Musik oder der Synchronisation durch die japanischen Originalsprecher irgendetwas auszusetzen. Einzig und allein die fehlende englische Tonspur kann hier als kleiner Kritikpunkt angeführt werden. Insgesamt ergibt sich so ein solider Titel, der vor allem bei kürzeren Gaming-Sessions als „Spiel für Zwischendurch“ glänzen kann.

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