Comic Review: Birthright Band 5 – In der Höhle des Löwen

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Band #5 In der Höhle des Löwen

Im Mittelpunkt der Handlung im nun fünften Band des Fantasyepos Birthright steht erstmals Rya, Mikeys hochschwangere Partnerin. Geschickt wird ihre Originstory in Rückblicken erzählt, die aus einem Gespräch mit Wendy, Mikeys Mutter, entsteht. So wird hier ganz natürlcih der Charakter Ryas entwickelt, die durch ihre vom Krieg zerrüttete Jugend in Terrenos geprägt zu einer ernstzunehmenden Kriegerin wurde. Dabei zeigt sie sich auch wiederholt hin und hergerissen zwischen der Möglichkeit ihr Kind in Frieden auf der Erde aufzuziehen oder Lores Herrschaft in ihrer Heimat Terrenos gewaltsam zu beenden.

Zur selben Zeit tobt der Kampf um die Barriere, die Terrenos von der Erde trennt und nach dem Tod der beiden Magi Ward und Enoch zunehmend schwächer wird. Mastema, Lores Tochter und Handlanger, nutzt dies vermeintlich schamlos aus, da sie in ihrem utilitaristischen Glauben fest davon überzeugt ist, dass Lores Methoden zwar hart scheinen, aber nur so der Frieden wiederherzustellen sei.  Mikeys Bruder Brennan hingegen hat seine frischentdeckte Zauberkraft bereits wieder eingebüßt und lernt mit Hilfe seines Großvaters diese Macht wiederzuerwecken, bevor jede Hilfe für Mikey zu spät kommt. Doch gerade als die Rhodes Familie sich darauf vorbereitet Mastemas Schloss zu stürmen, taucht eine alte Bekannte wieder auf und lädt zum Showdown.

Der fünfte Band bleibt so bis zum Schluss spannend und stellt die Frage wie und ob  es den Helden gelingt die Beziehung zwischen Mikey und Rya zu kitten und das Neugeborene auf die Welt zu bringen.

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Schreibstil

Der deutsche Untertitel „In der Höhle des Löwen“ ist durchaus angemessen, denn der Sammelband, der die amerikanischen Einzelausgaben 21-25 im Hardcover bündelt, zündet ein regelrechtes Effektfeuerwerk ab. Nachdem die ersten 4 Bände die Geschichte der Rhodes-Familie erzählt, die sich Anfangs noch als Otto-Normal-Familie fühlte, geht es in Band 5 ans Eingemachte. Dem Autor gelingt es dabei wunderbar die Action stimmig wirken zu lassen, auch wenn der eigentliche Plot aufgrund der spektakulären Gefechte zwischen den zahlreichen Teilnehmern etwas in den Hintergrund tritt.

Was natürlich nicht bedeutet, dass das Characterbuilding schwächelt, denn gerade die erfreulich facettenreichen Protagonisten heben Birthright aus dem Fantasyeinheitsbrei heraus. Auch 20 Comichefte später sind Mikeys wahre Beweggründe für den Verrat an der Fantasywelt Terrenos noch immer nicht komplett bekannt, geschickt streut Joshua Williamson immer wieder neue Hinweise, ohne das Geheimnis vorwegzunehmen. Auch die Kreaturen aus Terrenos erhalten die nötige Tiefe, allen voran Mikeys orkischer Mentor Rook,der sich vom Klischee-Ork als tumben Biest unterscheidet. Bei Überfällen auf Lores Lager riskiert er beispielsweise wiederholt sein Leben riskiert um andere Orks aus der Sklaverei zu befreien und so den von ihm angestoßenen Widerstand am Leben zu halten. Nicht weniger beeindruckend ist Kallista, die offenbar ebenso wie Mikey eine Verbindung mit dem Nimmersinn eingegangen ist und als Lores rechte Hand zu einer mächtigen Magierin mit eigener Agenda geworden ist.

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Artwork

Andrei Bressan weiß was er tut. Er bleibt seinem Stil treu und viel Neues gibt es im fünften Band auch eigentlich nicht zu berichten, abgesehen von zwei Kleinigkeiten, die in der Handlung selbst begründet zu liegen scheinen. Denn jetzt, wo die Charaktere auf wirklich mächtige Gegner stoßen, kann Bressan vollkommen aus den Vollen schöpfen! Gerade der Kampf gegen Mastema, die ihre Burg zu einer Art Mech-Golem umwandelt, ist zeichnerisch wunderbar imposant. Ein weiterer Aspekt, der mir zumindest vorher nicht so stark aufgefallen ist, ist die Eskalation der Gewaltdarstellungen. Zwar gehören Kämpfe und Actionsequenzen von Anfang an zu Birthright, so sehen wir hier das erste Mal aber auch die Konsequenzen aus den Kämpfen in Form von Blutfontänen und offensichtlichen Verletzungen. Mir persönlich gefällt der gestiegene Gewaltanteil, er trägt nämlich nicht wenig zur Bedrohlichkeit von Lore und seinen Schergen bei, ohne dabei die eigentliche Darstellung zu überdecken. Denn Bressan kann auch ruhige Szenen, speziell die Überblenden von Ayas und Mikeys gemeinsamer Kindheit in Terrenos hin in die Gegenwart sind überzeugend, denn die Charaktere sind auch als Kinder sofort erkennbar.

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  • Story
  • Setting
  • Artwork
4.7

Summary

Ich geb´das direkt zu: Am Anfang hat mich persönlich Birthright gar nicht so abgeholt, wie meinen Kollegen, der damals die Rezension geschrieben hat. Das hat sich aber mittlerweile komplett geändert. Birthright schafft nämlich das, was viele ähnliche Comics leider nicht packen: Es wird von Ausgabe zu Ausgabe besser.  Und das auch auf allen Ebenen, denn zum Einen wachsen einem die Charaktere langsam ans Herz und offenbaren ihre Geheimnisse, zum Anderen grooved sich der Artstyle in eine Richtung, die mir noch besser gefällt. Und da ich unbedingt wissen will, wie es mit Mikey und Lore weitergeht sitze ich bis zum Release des Folgebands jetzt schon auf heißen Kohlen!

 

ISBN: 978-3-959819-95-4

Umfang: 112 Seiten, farbig

Maße: 16×24 cm

Hardcover

Preis: EUR 16,80, erschienen bei Cross Cult

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