Die Arcade Kultur in Japan: Spiele, Einflüsse und der Westen

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Auch bei uns gab es sie in den 80ern und 90ern: Arcade-Hallen, bei denen nicht nur westliche, sondern vor allem auch viele japanische Spielautomaten angespielt werden konnten. Donkey Kong, Pac Man, Street Fighter: Sie alle begannen ihre Karrieren in Automaten-Form. Doch während Arcade-Hallen bei uns, wie Chip korrekt berichtet, beinahe komplett aus dem Straßenbild verschwunden sind, leben sie in Japan munter weiter. Ein Überblick über Japans Arcade-Hallen und die Frage, wie die japanische Arcade-Kultur auch heute noch die Kultur in Ost und West beeinflusst.

Spiele und Arcades
Wo gibt es Arcade-Games im Land der aufgehenden Sonne überhaupt zu spielen? Die vielleicht bekannteste Örtlichkeit für alles, was mit japanischer Arcade zur tun hat, ist Taito HEY in Akihabara, Tokio. HEY steht für Hirose Entertainment Yard. Das Gebäude sieht von außen unspektakulär aus, doch im Inneren findet man einige der heiligsten Hallen, die Japan zu bieten hat. Neben brandneuen Titeln warten hier auch Arcade-Automaten aus den 80ern und 90ern darauf, bedient zu werden. Für Urlauber aus dem Westen ein Fest und ein absoluter Pflichtbesuch, wenn man auf Gaming steht.

Ebenfalls in Akihabara befindet sich Super Potato, ein absolutes Mekka für Retro-Gaming Fans. Ob Mario oder Golden Eye 007, alte oder neue Automaten – Super Potato hat sie alle!

Wenn es um Spiele geht, sieht die Sache ebenso positiv aus: Games wie Taiko no Tatsujin (ein Rhythmus-Spiel, das mit riesigen Trommeln gespielt wird), Cho Chabudai Gaeshi, bei dem man im wahrsten Sinne des Wortes die Fäuste auf den Tisch schlagen muss oder auch Tanz-Spiele wie Dance Rush fesseln die Spieler vor die Bildschirme und sorgen dafür, dass die Gamer immer noch mehr Runden zocken. Und das ist nur eine kleine Auswahl: Ganz Tokio ist voller Arcade-Hallen!

Kultureller Einfluss
Was auffällt, ist, wie sehr Arcade-Hallen in die allgemeine Kultur eingewoben sind. So fließen etwa Spielhallen, klassische Videospiele für Konsolen und sogar Wettindustrien ineinander über. Die in Japan populären Pachinko-Automaten (eine Mischung aus Geldspielautomat und Arcade-Spiel) beispielsweise wurden über die Jahrzehnte immer weiter entwickelt und brachten eine Vielzahl an Abkömmlingen hervor: Nicht nur reine Arcade-Automaten sind in ihrer Funktionsweise von Pachinko beeinflusst, sondern auch elektronische Wett- und Sportspiele. Beispiele sind Spiele wie Family Jockey (Wii) von Bandai Namco. Spiele wie Tekichuu Rush (Game Boy) halfen den Spielern wiederum schon früh dabei, Wetten auf (echte!) Pferderennen zu platzieren. Dieses Prinzip der „Gamification“ von Events und Wetten im echten Leben hat auch Entwickler und Anbieter im Westen beeinflusst. Kaum zu glauben? Ist aber so, wie ein Blick ins Internet zeigt: Hiesige Wettanbieter wie Unibet erlauben es den Spielern nicht nur, auf Fußball und Motorsport zu wetten. Immer öfter gibt es auch Virtual Sport Wetten, bei denen virtuelle Spiele ausgetragen werden. Das erinnert nicht nur auf dem Papier frappierend an Japans Mischmasch aus Real-Life und Videospiel. In Japan hat die Kombination von Elektronik, Glücksspiel und gesellschaftlichem Anlass einen hohen Stellenwert. Dies und die Popularität von Videospielen im Allgemeinen ist bestimmt auch mit dafür verantwortlich, dass Arcade-Hallen nach wie vor so beliebt im Land der aufgehenden Sonne sind.

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Fazit
Arcade-Hallen sind in Japan auch heute noch verbreitet und beeinflussen sowohl die japanische als auch die westliche Kultur. Super Potato und Co. gelten nicht umsonst als Geheimtipp. Hierzulande gibt es viele der genialen Arcade-Games aus Japans Spielhallen leider nicht zu spielen. Wer aber einen Japan-Urlaub plant, sollte auf jeden Fall einen Besuch in einer Arcade-Halle einplanen und sich dieses einzigartige kulturelle Phänomen nicht entgehen lassen.

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