Review: Disenchantment Staffel 1 (Netflix Originals)

© Groening ©Netflix

Aller guten Dinge sind 3?

Matt Groening kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken, nicht nur hat er mit den Simpsons eine der mit am längsten laufenden und erfolgreichsten Serien aller Zeiten geschaffen, sondern hat auch mit dem „Nachfolger“ Futurama eine nicht minder kultige Serie geschaffen. Da liegt es doch nur auf der Hand, dass seine dritte Kreation Disenchantment an alte Erfolge anknüpft, oder?

Leider nicht ganz!

Aber beginnen wir von vorne. Disenchantment spielt im fiktiven Königreich Dreamland, in diesem fristet die Protagonistin Prinzessin Teabeanie, für ihre Freunde Bean, ein Leben was nicht ganz ihrer Vorstellung entspricht. Anstatt ein typisches Prinzessinnen Leben zu führen, wünscht sie sich nichts mehr als ins Abenteuer zu ziehen und dabei massig Drinks zu schlürfen.

Begleitet wird sie dabei von ihrem Elfenfreund Elfo und ihrem ganz persönlichen Dämonen namens Luci. Allein hier lassen sich schon Parallelen zu Futurama ziehen, Elfo zum Beispiel erinnert mit seiner kindlichen Naivität an Fry und den Dämonen Luci kann man getrost als Bender 2.0 bezeichnen.

Futurama im Mittelalter?

Es wäre zwar unfair Disenchantment als „Futurama im Mittelalter“ zu bezeichnen, doch leider hat man das Gefühl alles schonmal woanders gesehen und gehört zu haben. Gerade die Witze darüber, wie schwer es doch im Mittelalter ist/war hat man in der Form auch bei den beiden anderen Serien Groenings gehört. Auch Charaktertiefe, wie sie zum Beispiel in Futurama wunderbar etabliert wurde, fehlt hier völlig. Es werden zwar hier und da Versuche unternommen einigen Charakteren etwas mehr Tiefgang zu verleihen, aber am Ende sind sie doch nur da, um Witze zu reissen.

Dies wäre an sich natürlich kein Problem, wenn die Serie in den letzten drei Folgen nicht auf einmal eine Wendung in eine mehr Story getragene Richtung nehmen würde. Da in den vorangegangenen Folgen aber leider nicht genug dafür getan wurde um einen die Charaktere näher zu bringen, fallen die Emotionen, die es beim Zuschauer auslösen soll, natürlich moderat aus. Hier kann man nur hoffen, dass die Erschaffer sich für die kommende Staffel etwas mehr Gedanken machen.

Es ist nicht alles Gold was glänzt, oder?

Was aber über jeden Zweifel erhaben ist, ist die Präsentation. Hier merkt man, dass Netflix Geld in die Hand genommen hat, um die Welt von Dreamland wunderschön wie in einem Märchen aussehen zu lassen. Zwar beissen sich die extrem detaillierten Hintergründe ab und zu mit Groenings minimalistischem Zeichenstil, dennoch sieht die Serie visuell einfach nur gut aus.

Dies wird besonders bei den vielen visuellen Gags sichtbar, findige Zuschauer finden im Hintergrund immer wieder mal ein Schild oder eine Situation zum schmunzeln, nur leider kann dies keine komplette Serie tragen. Es sorgt aber dafür dass man, auch wenn die Witze zwischendurch sehr flach ausfallen, immer was neues entdecken kann und vielleicht darüber lachen kann.

Anschauen oder nicht?

Hier wird es nun kniffelig, auch wenn Disenchantment in allen Belangen etwas hinter seinen Vorgängern zurück bleibt, ist zweifelsohne großes Potenzial gegeben. Meine Empfehlung lautet daher, schaut euch die Serie an aber geht mit nicht allzu großen Erwartungen an die ganze Geschichte heran, so werdet ihr nicht nur nicht enttäuscht sondern seht die Möglichkeiten die der Serie in Zukunft offen stehen.

Fazit

Disenchantment Staffel 1
  • 3/10
    Story - 3/10
  • 5/10
    Inszenierung - 5/10
  • 7/10
    Artdesign - 7/10
  • 8/10
    Animation - 8/10
  • 6/10
    Score - 6/10
  • 7/10
    Voice Acting - 7/10
6/10

Luft nach oben

Disenchantment kann leider nicht an den Witz und Charme seiner beiden Vorgänger anknüpfen, dennoch besteht großes Potenzial, was hoffentlich in der kommenden Staffel zum Vorschein kommt. Man kann sie sich anschauen, nur eben mit etwas gedrosselten Erwartungen.

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