Erste Eindrücke von xCloud, dem Cloud-Gaming-Service von Microsoft

© Microsoft

Das Projekt xCloud wird schrittweise gestartet. Die Beta-Phase ist derzeit für Smartphones und Tablets mit Android reserviert.

Wie ist dieser neue 100% Microsoft Cloud-Gaming-Dienst angesichts von Stadia oder GeForce Now positioniert? Erste Reaktionen nach einigen Stunden mit dem Service.

Es sei bemerkt, dass dieser Artikel über xCloud nicht als Test dient, da der Dienst derzeit unvollständig und auf einen Gerätetyp beschränkt ist. Mit dieser Beta kann man jedoch auf einen Katalog mit fast 100 Spielen, von insgesamt 3.500 auf der Xbox One, zugreifen und diese auf ein Smartphone streamen, das mindestens mit Android 6 und Bluetooth 4 ausgestattet ist. Man kann sich kostenlos dafür registrieren lassen, muss jedoch geduldig sein: Microsoft verteilt den Zugriff sehr sparsam.

Direktes Streaming von der eigenen Xbox One, wie Remote Play auf der PlayStation 4, ist für die Zukunft geplant, aber derzeit nicht verfügbar.

Mit einem Smartphone von Samsung, Note 10+, und einer Heim-Intermetverbindung mit 100.000  MBit wurde die Beta getestet. Eine Verbindung, die auf dem Papier weitgehend ausreichend sein sollte, da Microsoft mindestens 10 MBit/s empfiehlt, um den Dienst nutzen zu können. Das Unternehmen empfiehlt jedoch die Verwendung von 5-GHz-WLAN anstelle von 2,4 GHz, um ein möglichst stabiles Spielerlebnis zu erzielen.

Konkret ist die Installation und Konfiguration von xCloud kinderleicht: Sobald man Zugriff erhalten hat (eine E-Mail benachrichtigt kommt, wenn dies der Fall ist), lädt man einfach die Xbox Game Streaming-Anwendung aus dem Play Store herunter und um sich mit dem eigenen Microsoft-Konto anzumelden. Man muss auch einen Controller über Bluetooth verbinden. Der Xbox One-Controller wird natürlich empfohlen, aber nichts hindert einen daran, einen DualShock 4 oder sogar ein Stadia-Pad zu koppeln. Über den Abschnitt Project xCloud im Menü auf der linken Seite kann man dann auf den gesamten Katalog zugreifen.

Jedes Spiel wird mit seiner Kachel präsentiert und man braucht einfach nur auf das Symbol tippen oder es mit dem Stick des Controllers auswählen, um es zu starten. Und das war’s. Keine Anpassungen im Voraus, kein zusätzlicher Kauf.

Nach einer Ladezeit von 30 bis 40 Sekunden befindet man sich im Hauptmenü des Spiels. Man muss erwähnen, dass es sich um Xbox One S-Versionen handelt, da die Azure-Rechenzentren, in denen sich die xCloud-Infrastruktur befindet, diese Konsolenkomponenten installiert hat.

Natürlich konnten nicht alle der in der Beta enthaltenen Spiele getestet, aber eine Vielzahl von Titeln konnten ausprobiert werden, die sowohl vom Microsoft-Team als auch von Drittanbietern kommen: A Plague Tale: Innocence, Gears 5, Devil May Cry 5, Forza Horizon 4, Bleeding Edge, Ori and the Blind Forest oder sogar Halo 5 sind auf dem Smartphone-Display erschienen… mit fast ebenso viele verschiedene Erfahrungen in Bezug auf Latenz und Qualität des Renderns. Bei 5 GHz ist die Erfahrung im Allgemeinen zufriedenstellend, selbst wenn einige Titel empfindlicher auf Latenz zu reagieren scheinen als andere.

Es fiel schwer, dies bei Gears 5 oder Forza Horizon 4 nicht zu spüren, während es bei Halo 5, Ori oder A Plague Tale fast nicht wahrnehmbar ist. Auf der anderen Seite ist dort die Videokomprimierung besonders sichtbar, während die anderen Spiele in Bezug auf das Rendern viel sauberer sind. Die andere Beobachtung ist, dass die Latenz mit der Anzahl der im Spiel befindlichen FPS zusammenhängt.

Laut Microsoft gibt es definitiv einen Schwellenwert für die Latenz, aber was genau das ist, wurde nicht bekannt gegeben. Es wurde einfach gesagt, dass „Kantenglättung am wichtigsten ist“ und darauf konzentriert sich das Unternehmen gerade.

Zu Zeit ist die Anzeige auf 720p beschränkt. Eine begrenzte Auflösung, die auf einem Bildschirm von weniger als 6 Zoll nicht störend ist, auf einem PC-Bildschirm oder, schlimmer noch, auf einem Fernseher jedoch viel problematischer ist. 1080p sollte laut Microsoft jedoch „sehr bald“ eintreffen.

So kommt man auch an die Grenzen dieser Beta: Durch die Einschränkung des Zugriffs auf Android-Smartphones schränkt xCloud zwangsläufig das Spielvergnügen ein. Natürlich ist es möglich, es auf einem Android-Tablet zu verwenden, aber die visuelle Wirkung bleibt immer verringert.

Grundsätzlich ist nicht klar, ob Microsoft beabsichtigt, ob Project xCloud ein eigener Dienst ist oder eine zusätzliche Funktion für Xbox- und Windows 10-Spieler wird, die bereits Abonnements auf diesen Plattformen verwenden.

Man wird sehen, wie es sich entwickelt, aber die aktuelle Titelbibliothek in der Vorschau wird mit ziemlicher Sicherheit nicht in die öffentliche Version übertragen. GeForce Now von Nvidia führte ähnliche Betatests mit Bibliotheken von Streaming-PC-Spielen durch. Als der Dienst an die Öffentlichkeit ging, wurde diese Bibliothek eingestellt und begann stattdessen, sich über verschiedene digitale Spieleläden auf die eigenen Sammlungen der Benutzer zu verlassen.

Kurz gesagt: Diese xCloud-Beta ist vielversprechend. Zwischen der Beschränkung auf Android-Smartphones, dem Maximum von 720p und der sehr variablen Latenz von einem Spiel zum anderen wirft es mehr Fragen auf, als es den Nutzer mit Sicherheit erfüllt. Trotzdem hat Microsoft dort einen sehr interessanten Service, schon allein deshalb, weil es ohne zusätzliche Kosten Zugriff auf mehrere Dutzend sehr gute Spiele bietet und die Verwendung sehr einfach bleibt.

Jetzt muss man jedoch auf die Veröffentlichung für andere Plattformen, vor allem für PC/MAC- und iOS-Geräte warten. Das Wirtschaftsmodell der endgültigen Version bleibt ebenfalls unklar, auch wenn die Aussicht auf einen Game Pass ++, der sowohl Streaming als auch lokales Spielen bietet, attraktiv ist.

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