Gamescom 2017-Vorschau: Gwent – The Witcher Card Game: Thronebreaker – Umfangreiche Kampagne für Solisten und Intensivierung des eSport-Formats Gwent Masters

Wir waren auf der diesjährigen Gamescom 2017 am Stand von CD PROJEKT RED, den Schöpfern der erfolgreichen Witcher-Reihe, die auf der gleichnamigen Dark Fantasy-Romanreihe von Andrzej Sapkowski basiert. Diese haben mit gleich zwei durchaus beeindruckenden Neuigkeiten um das Trading Card Game Gwent durchaus Furore gemacht.

Das aus dem The Witcher 3-Minigame hervorgegangene Gwent: The Witcher Card Game rückt den prominenten Kartenspielen wie Blizzard’s Genreprimus Hearthstone oder Magic Duels ordentlich zu Leibe. Die Open Beta kann als Erfolg gewertet werden: Immer mehr SpielerInnen wechseln von Hearthstone zu GWENT, auch professionelle Hearthstone-Spieler wie Adrian Koy aka Lifecoach haben die Lager gewechselt. Der ehemalige Poker-Profi und Immobilienmakler kritisierte an Blizzard, dass diese nichts für kompetitive SpielerInnen tun würden. Gwent sei in der Hinsicht deutlich besser.

Tatsächlich ist Gwent vor allem eines: Skill-basiert: Bei einer optimalen Deckgröße von rund 25 Karten und einer Starthand von 11 Karten inklusive der Heldenfähigkeit ist es nur schwer dem Pech in die Schuhe zu schieben, wenn man mit einer Niederlage aus der Partie herausgeht. Das heißt: Ein gutes Hearthstone-Deck ist vor allem ein Selbstläufer, das mögliche Eventualitäten zwar mitberücksichtigt, aber diese letztlich nie ganz ausschließen kann: Bei Gwent hingegen kann die Niederlage weitestgehend IMMER nachvollzogen werden – Der Lerneffekt ist demnach auch höher. Vor allem für Taktiker ist Gwent daher die bessere Wahl.

CD PROJECT RED GEHT AUCH HIER WIEDER IN DIE VOLLEN: VOLLSTÄNDIGE WELT, BEACHTLICHER UMFANG UND MORALISCH AMBIVALENTE ENTSCHEIDUNGEN

Auf der Gamescom wurde Medienvertretern nunmehr die Solo-Kampagne vorgestellt, die auf den Titel „Thronebreaker“ hört und noch dieses Jahr als Teil von Gwent: The Witcher Card Game erscheinen wird. Und statt einer schnöden Abfolge von Partien gegen virtuelle Widersacher zu präsentieren, gehen CD Projekt RED auch hier wieder in die Vollen: GWENT: The Witcher Card Game wird eine vollständige, begehbare Welt mitbringen, die aus der isometrischen Perspektive erkundet wird.  Mit rund zehn Stunden Spielzeit bringt „Thronebreaker“ einen durchaus beachtlichen Umfang mit und auch im Kartenspiel-Ableger dürfen Solisten moralisch ambivalente und tiefgehende Entscheidungen treffen, die sich auf den Weiterverlauf der Geschichte und das Finale auswirken. Die Geschichte wurde von den Autoren von The Witcher 3: Wild Hunt verfasst und soll dasselbe Maß an Tiefe- und Facettenreichtum mitbringen. Chronologisch setzt „Thronebreaker“ vor den Spielen der Hauptreihe an: Wir spielen Meve, Kriegsveteranin und Königin zweier nördlicher Königreiche, die sich auf Streifzug gegen die Gegner ihres Reiches befindet. Es wird eine dunkle Geschichte sein, die um „Zerstörung und Rache“ kreist. Die Dialoge beeinflussen nicht nur den Fortgang der Geschichte, sondern auch wie Meve wahrgenommen wird: Sei es von der Bevölkerung oder von den Widersachern.

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Wir erkunden also die Umgebung, entdecken versteckte Wege und Truhen, die etwa fette Boni in Form von seltenen Karten oder Gold enthalten können. Zwischendurch muss ein Lager aufgeschlagen und Rast gemacht werden, um neue Karten ins Deck einzugliedern oder Meve mit Items auszurüsten. Diese Ausrüstungsobjekte können der Heldin dann in den Kartenduellen Boni auf bestimmte Aktionen/Kombos geben.

 

DER SOLO-TWIST

Diese spielen sich natürlich wie der Mehrspieler-Modus von Gwent, basieren also folglich auf demselben Kampfsystem. Um die Geschichte dramaturgisch zu unterstützen bringen CD Project RED aber mit exklusiv der Solokampagne vorbehaltenen Karten- und Spielmechaniken ein bisschen mehr Schwung in die KI-Schlachten. So gibt es zum Beispiel die Schlachtruf-Aktion, mit welcher mehreren feindlichen Einheiten Schaden zugefügt wird – Darüber hinaus liegt ein Counter auf Heldin Meve, der sie nach drei Runden wieder zurück in die Hand befördert. Das etwa wären Beispiele für Spielmechaniken, die im Mehrspielermodus von Gwent balacebedingt so nicht möglich wären.

Über die Kampagne lassen sich aber dennoch 20 neue Karten für den Multiplayer freischalten, etwa der Erkundung der Spielewelt und dem Öffnen von Truhen.

 

FAZIT:

GWENT: Thronebreaker ist mehr als nur bloße Einzelspieler-Kampagne, es ist ein vollwertiges Stand Alone-Spiel, das dennoch unmittelbar mit dem Mehrspielermodus von GWENT zusammenhängt. Die erkundbare Spielewelt, die Qualität der Erzählung, die modifizierte Spielmechanik und die Möglichkeit, exklusive Karten für den Mehrspieler-Teil freizuschalten. Das alles klingt extrem reizvoll. Wir wissen, dass Thronebreaker definitiv kostenpflichtig sein wird – das ist, sofern man den Umfang und die Aufmachung berücksichtigt, auch absolut berechtigt. Ein Preis wurde zwar nicht genannt, aber wir können davon ausgehen, dass vermutlich nicht der Preis eines AAA-Titels veranschlagt wird.

In allen Fällen wird „GWENT: Thronebreaker“ ziemlich groß und zeigt abermals mit welch hohem Qualitätsbewusstsein CD Project an seine Babies herangeht. GWENT: Thronebreaker erscheint Ende des Jahres für Xbox One, Playstation 4 und PC.

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Darüber hinaus wird mit GWENT Masters ein CD PROJEKT RED-eigenes esports-Format iniitiert: Infolgedessen lädt der Polnische Entwickler SpielerInnen ein, sich in einem neuartigen Saision-Spielemodus zu messen, der sich in eine Reihe von offiziellen und lizensierten Turnieren aufteilt. Ziel ist es, sich einen Platz im Finale zu erspielen, wo dann schlussendlich der erste GWENT World Champion gekrönt wird.

Die Turnierstruktur teilt sich wie folgt auf: Die sogenannte „Pro Ladder“ beruht auf der In-Game Rankliste, die sich aus den besten SpielerInnen der Saison rekrutiert. Die „Open Tournaments“ finden alle zwei Monate statt und umfassen die besten SpielerInnen der vergangenen „Pro Ladder“-Saison. Bei den „Challenger Tournaments“ treten dann Open Tournament-Gewinner, Wild Card-Nominierte und Teilnehmer mit der höhsten Anzahl an „Crown Points“ gegeneinander an. In den „World Masters“, dem finalen Turnier der GWENT Masters Saison, treten Challenger Tournament-Gewinner sowie Teilnehmer mit der höhsten absoluten Crown Point-Anzahl gegeneinander an. Zu Guter Letzt gibt es noch sogenannte „Third Party Turniere“, lizensierte Spiele von autorisierten Drittveranstaltern. Die Pro Ladder-Saison startet am 1. September 2017, bereits jetzt konnte man sich im Rahmen der Gamescom aber im ersten Open Tournament messen. In den acht „Open Tournaments“ werden bereits Preisgelder in Höhe von 25.000 US-Dollar ausgeschüttet, auf der GWENT Challenger-Ebene bereits 100.000 US-Dollar und im „Series Finale“ dann schließlich die beachtliche Summe von 250.000 US-Dollar. Teilnahmebedingungen, die Turnierstruktur und Termine findet ihr auf masters.playgwent.com

Über Martin Pilot 118 Artikel
27 Jahre jung, beschäftige ich mich schon nahezu mein ganzes Leben mit Videospielen und Videospielkultur. Erstmals in Kontakt gekommen mit dem Medium bin ich Anfang der 90er Jahre mit einem Commodore 64 von der Resterampe, wo ich ausgiebig Giana Sisters und die Turrican-Umsetzungen suchtete und immer ein bisschen neidisch zu den Amiga-Besitzern rübergeschielt habe. Mitte bis Ende der 90er Jahre war ich vordergründig im Sega-Lager unterwegs - Bis heute ist die Sega Dreamcast meine liebste Plattform (Shenmue *hrhr*). Ich studiere darüber hinaus Englisch und Geschichte auf Lehramt und bin von meinen Interessen generell sehr auf die Darstellenden Künste fokussiert (Musik/Film/Theater).

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