Gamescom 2019: Zu Gast bei: Private Division und Star Theory Games: Kerbal Space Program 2

Kerbal Space Program
© Private Division © Star Theory Games

Mit Kerbal Space Program (KSP) entwickelten die mexikanischen Squad-Studios einen Raumfahrtsimulator, der erstmalig bereits vor 6 Jahren als Early-Access Titel auf Steam erschien und seitdem beständig weiterentwickelt wurde und mittlerweile eine beachtliche und extrem enthusiastische Fanbase um sich scharen konnte. Hinter der knuffigen Optik, die sich um das Raumfahrtprogramm der sogenannten Kerbals, kleiner grüner Knubbelaliens vom Planeten Kerbin dreht, steckte nämlich ein beinhartes Simulator-Brett, das mehr noch als die virtuellen Kreativspielplätze von Minecraft, Besiege und Konsorten an einen wissenschaftlichen- und physikalischen Rahmen gebunden war. Raumschiffe aus Einzelteilen konstruieren mit entsprechender Planungsgrundlage und unter Beachtung der aktuellen Forschungsstände, um diese dann ins All zu schicken – Je nach gewählter Einstellung, konnte das in beinharte Knochen- und Denkarbeit ausarten oder eine vergleichsweise entspannende Angelegenheit werden. Durch die hohe Anzahl an Mods blieb der Wiederspielwert über Jahre hinweg erhalten. Die eindruckvollste dürfte der aus mehreren Komponenten bestehende Realism Overhaul sein. Die Prämisse von KSP ist also vergleichsweise simpel, die Umsetzung sorgte aber tatsächlich sogar für Aufsehen bei namhaften Vertretern aus der Weltraumforschung wie etwa SpaceX-Begründer und Tesla-CEO Elon Musk, der sich als Fan des Spiels outete. Ein Umstand, den Squad, Space Theory und Private Division natürlich für PR-Zwecke nicht außen vor lassen.

Bereits im Rahmen der Gamescom Opening Night wurde unter der Moderation von Geoff Keighley nunmehr der Nachfolger Kerbal Space Program 2 vorstellt. Wir waren am Mittwoch bei Private Division, dem 2017 begründeten Tochterlabel von Take-Two, zu Besuch und haben uns den Nachfolger mal genauer angeschaut – Zwar gab es noch kein Hands-On, dafür aber eine Übersicht über die Neuerungen gegenüber dem originalen KSP.

BIGGER IS BETTER: Kolonien, Weltraumstationen und andere Sonnensysteme

Zunächst einmal: Einen konkreten Releasezeitpunkt für KSP gibt es bislang nicht, allerdings einen Zeitraum. Im Frühjahr 2020 soll der Simulationsbaukasten erscheinen. Im Prinzip setzt der Nachfolger in jeder Hinsicht auf’s „Bigger is better“-Prinzip bei gleichzeitig erhöhter Zugänglichkeit für Neueinsteiger.

Kerbal Space Program_2
© Private Division
© Star Theory Games

Spielmechanisch wurde das Gameplay stark erweitert: Wir können nun nicht nur unsere Raketenkonstruktionen und Shuttles in die endlosen Weiten des Weltraums schicken (oder diese eben komplett in Trümmer legen), sondern auch eigene Weltraumstationen und planetare Kolonien from the scratch zusammenzubasteln, um von dort aus weitere Shuttles zu bauen und starten zu lassen – und zwar ohne an die Gravitationskräfte des Heimatplaneten gebunden zu sein. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten, wird aber auch entsprechend neue Ressourcen erfordern.

© Private Division
© Star Theory Games

Zu Beginn befinden wir uns natürlich nach wie vor auf dem bereits bekannten Planeten Kerbin im Kerbol-System – erkundbar sind zunächst der Mond Mun sowie die daneben liegenden Planeten Duna und Dres. Im finalen Spiel sollen allerdings auch interstellare Reisen zu fremden und weit entfernten Sonnensystemen möglich sein. So erwähnen die Entwickler etwa den Planeten Ovin, eine Art umringte Supererde, sowie ein Doppelsternsystem, das aus den Sternen Rusk und Rusk gebildet wurde.

MEHRSPIELER-KONSTRUKTIONEN

Es wird zudem endlich den sehnlichst erwarteten Mehrspieler-Modus geben, der „im Sinne des originalen KSP“ implementiert wird. Konkrete Informationen dazu gab es allerdings noch nicht.

© Private Division
© Star Theory Games

In-Game Grafik wurde in der Präsentation noch nicht gezeigt, lediglich Pre-Alpha Sequenzen, die aber darauf hindeuten, dass KSP 2 etwas cineastischer ausfallen wird als das grafisch schon etwas angestaubte KSP. Das UI wirkt aufgeräumter und es wird Tutorials geben, die Schlüsselbegriffe wie Delta-V oder Dockingmechanismen besser erklären. Das ist auch bitter nötig, denn nach wie vor zeichnet sich KSP durch seine hochkomplexe Physikengine aus. Und hier wird es keine Abstriche geben: Auch hier stehen die Lernprozesse im Vordergrund; bis die erste Mondlandung glückt, dürfte einzige Zeit verstrichen sein. Das (durchaus amüsant inszenierte) Scheitern gehört zur KSP-Erfahrung.

© Private Division
© Star Theory Games

Kerbal Space Program 2 wird für Frühjahr 2020 bei Steam und den digitalen Kollegen gelistet, die Konsolenfassungen für PlayStation 4 und Xbox One sollen später folgen. Eine EPIC Store-Exklusivität wurde kategorisch verneint.

Quelle:

Private Division

Über Martin Pilot 352 Artikel
27 Jahre jung, beschäftige ich mich schon nahezu mein ganzes Leben mit Videospielen und Videospielkultur. Erstmals in Kontakt gekommen mit dem Medium bin ich Anfang der 90er Jahre mit einem Commodore 64 von der Resterampe, wo ich ausgiebig Giana Sisters und die Turrican-Umsetzungen suchtete und immer ein bisschen neidisch zu den Amiga-Besitzern rübergeschielt habe. Mitte bis Ende der 90er Jahre war ich vordergründig im Sega-Lager unterwegs - Bis heute ist die Sega Dreamcast meine liebste Plattform (Shenmue *hrhr*). Ich studiere darüber hinaus Englisch und Geschichte auf Lehramt und bin von meinen Interessen generell sehr auf die Darstellenden Künste fokussiert (Musik/Film/Theater).

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