gamescom 2019: Zu Gast bei: Bloober Team – Blair Witch

Donnerstag war es scheinbar wieder Zeit für ein weiteres polnisches Entwicklerstudio. Bloober Team haben mit Blair Witch nun ihr zweites großes Spiel in der Mache; Fans von cyberpunkigen Dystopien kennen die jungen Polen eventuell noch von ihrem Erstlingswerk Observer, einer Detektivgeschichte in einer finsteren Zukunft in bester Philip K. Dick Manier. Doch das war den Leuten aus unserem östlichsten Nachbarstaat wohl noch nicht schaurig genug und deshalb haben sie sich bei ihrem aktuellen Projekt für ein Horror-Spiel entschieden. Und zu meinem Glück hab es auf der gamescom auch gleich eine Demo anzuzocken!

Filmfans haben The Blair Witch Project sicherlich noch in guter Erinnerung, hat der Indiefilm damals praktisch ein Genre erfunden und mit seiner Wackelkamera einen Eindruck in der Filmbranche hinterlassen, der auch jetzt, 20 Jahre später, noch deutlich zu erkennen ist. Und in diese Tradition möchten nun Bloober Team treten. Aber statt den Film nachzubauen haben sich die Entwickler dafür entschieden lediglich das Setting zu übernehmen. Und das mit gutem Grund, denn nach Aussage einer Produzentin macht es schlicht keinen Sinn blind die Aspekte zu übernehmen, die Blair Witch Project erfolgreich gemacht haben, denn Film und Videospiel sind zwar verwandte, doch aber unterschiedliche Medien und die Tricks von der einen Seite lassen sich nicht deckungsgleich auf die andere übertragen. Eine Erkenntnis, die ruhig etwas verbreiteter sein dürfte!

Doch wie gestaltet sich nun die Videospieladaption? Nun, das Kernelement aus dem Film, die Ego-Perspektive haben die Entwickler beibehalten. Man schlüpft in die Haut des Ex-Cops Ellis, der einen vermissten Jungen im Black Hills Forest sucht. Warum genau der Held sich jetzt weitgehend alleine auf die Suche macht, ist zu Beginn noch nicht klar, aber ein Horrorspiel lebt schließlich von dem Gefühl überwältigt zu sein. Aber ganz allein ist Ellis dann auch wieder nicht, denn er wird von seinem Hund Bullet begleitet. Gemeinsam betreten die beiden den Wald und merken schon ziemlich schnell, dass es im Black Hills Forest nicht mit rechten Dingen zugeht. Nachdem Ellis auf, aus dem Film bekannten, Holzpüppchen trifft wird es nämlich ziemlich schnell übernatürlich. Er wird mit Halluzinationen, Stimmen und Verzerrungen von Raum und Zeit konfrontiert, geschützt nur durch eine Taschenlampe und seinen besten Freund Bullet. Der Hund ist nämlich nicht in dem selben Maße von der Zauberei der Hexe betroffen und dient als Frühwarnsignal.

In der Demo gab es fünf kurze Abschnitte, die jeweils Features des Spiels in den Vordergrund rückten, im fertigen Spiel soll das ganze aber nahtlos ineinander übergehen. Man beginnt das Spiel auf einem Parkplatz und kann gleich mit dem Detektivspiel beginnen, denn mit der Hilfe von Bullet und etwas Spürsinn findet man erste Hinweise in welche Richtung der vermisste Junge verschwunden sein muss. Hier konnte ich einen ersten Blick auf die durchaus gelungene Grafik werfen, die vor allem auf Screenshots zu überzeugen weiß. Im Gegensatz dazu waren aber die Animationen noch etwas hölzern, was speziell bei Bullet auffiel, der sich etwas steif bewegte. Vielleicht ist der arme Hund aber auch bloß etwas in die Jahre gekommen. Dafür wusste der Sound durchgehend zu überzeugen. Egal, ob es jetzt das rauschende Funkgerät, die flüsternde Hexe oder auch nur Bullets Gebell war, der Sound sitzt und trägt wunderbar zur Gruselatmosphäre bei.

Die konnte ich dann auch im folgenden Abschnitt erleben, der eine Art Hetzjagdt durch eine Sumpfgegend darstellt. Hier ist das Sounddesign wunderbar hektisch und durch die Zauberei der Hexe wird auch das Bild verzerrt und lässt den Spieler an Ellis wahrgenommener Realität zweifeln. Aus irgendeinem Grund war die Sequenz aber nicht wirklich gruselig, dadurch, dass man eben nur durch Geräusche und optische Verzerrungen bedroht wird, fühlte man sich als Spieler lange nicht so gehetzt wie Ellis. Auch die Gegner die hin und wieder aus den Schatten herauskommen, lassen sich recht schnell mit der einzigen „Waffe“, einer Taschenlampe, vertreiben.

Den Höhepunkt stellte übrigens das Haus am Ende dar. Hier traf man zum ersten Mal auf einen Videorekorder, ein Gegenstand der in keiner Blair Witch Umsetzung fehlen darf. Und das passiert mit einem interessanten Kniff, denn die Aufnahmen auf der Kamera decken sich nicht immer mit dem, was Ellis sieht. So baut Bloober hier kleine Rätsel ein, indem man Beispielsweise Türen finden muss, die auf den Aufnahmen geöffnet sind um sie so durch Zauberhand zu öffnen.

Wer wissen will, wie es mit Ellis, Bullet und der Blair Witch weitergeht muss auch gar nicht lange warten, denn das Spiel wird schon am 30.08.2019 veröffentlicht und ist zum Schnapperpreis von rund 25€ auf Steam und für die Xbox 360 erhältlich. Halloween kann kommen!

Wer sich das ganze in bewegten Bildern ansehen will, kann das bei den Kollegen von IGN tun:

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