gamescom 2019: Zu Gast bei: Romero Games: Empire of Sin

©Romero Games

1920, die Prohibition hat die amerikanische Gesellschaft fest in ihrer Hand, doch wenn man nur ruchlos genug ist, ist das auch die perfekte Zeit um die Zügel Chicagos an sich  zu reißen, denn das illegale Geschäft brummt und Chicago schreit praktisch nach einem Gangsterboss, der sich die Stadt unter den Nagel reißt.

Das ist zumindest die Ausgangslage in Romero Games neuesten Streich Empire of Sin.  Der Spieler tritt dabei in die Fußstapfen von ikonischen Gangstern wie Al Capone und 12 weiteren Vertretern der Unterwelt. In X-Com Manier präsentiert sich das Spiel als eine Mischung aus Rundenstrategie und Echtzeitstrategie, bei der man sowohl seinen Gangsterboss, als auch seine Crew direkt steuert.

Und das durften wir auf der gamescom am Stand von Paradox Interactive auch ausgiebig tun. Das Spiel beginnt man direkt damit, dass man sich für einen der potentiellen Gangsterbosse entscheidet, die mit leichten RPG-Elementen mit unterschiedlichen Vorteilen ausgestattet sind. Wir haben uns für einen irischen Gangsterboss entschieden, der im Nahkampf härter zulangt und auch mit einer einzigartigen Nahkampfwaffe ins Spiel startet.

Das Spiel beginnt mit einer Taxifahrt, bei der man mit verschiedenen Dialogoptionen ein Gespräch mit dem Fahrer anbandeln kann, der erstaunlich viel Einblick in die Welt der Ganoven zu haben scheint. Dabei haben die Charaktere scheinbar unterschiedliche Dialogoptionen, denn bei einem Neustart mit Al Capone persönlich war das Gespräch mit dem Fahrer ein ganz anderes. Damit hat man bei mir sofort einen Stein im Brett.

Nachdem man vom Taxi in der Stadt abgesetzt wird, beginnt auch gleich der Ernst der Lage, denn man wird sofort in ein Feuergefecht verwickelt, bei dem man in verschiedenen Initiativeschritten versucht den Gegner zu Fall zu bringen und im Idealfall zur selben Zeit auch noch Deckung zu finden. Die Kämpfe laufen dabei bereits schön schnell ab, zeigen dem Spieler mit einem sinnvollen Interface sofort die wichtigsten Infos und machen sofort Laune. Besonders cool: Man kann Gegner zu Boden schicken und dort hinrichten, um seinen Ruf als harter Hund zu etablieren, was dazu führt, dass der Charakter die Eigenschaft cruel erhält und fortan nicht nur als blutrünstiger Killer bekannt ist, sondern auch gelegentlich in einen Blutrausch gerät, bei dem der Spieler die Kontrolle über den Charakter verliert. Diese zusätzlichen Eigenschaften treten übrigens auch bei den zahlreichen Schergen auf, die sich der Gang anschließen. Dabei kann es auch passieren, dass zwei Charaktere sich verlieben und daher besonders gut zusammenarbeiten oder durch häufige Aufenthalte in Bordellen mit Geschlechtskrankheiten abgestraft werden, die ihre Werte manipulieren.

Dabei geht das System von Empire of Sin noch deutlich tiefer, als das reine Gekämpfe. Man kann sich beispielsweise auf eine Art der kriminellen Einkommensart spezialisieren und muss nicht nur auf Alkoholschmuggel setzen, man kann auch Kneipen führen, Bordelle leiten oder Schutzgelder von zivilen Geschäften erpressen. Dazu läuft man auf der großen Weltkarte herum, in die man nahtlos herauszoomen kann und läuft in Echtzeit durch die Stadt, um dort auf Nebenquests, Geschäfte oder herumstreifende Gegner zu treffen.

Ein weiteres Highlight war das Feature, dass man bei ernsthaften Streitigkeiten mit anderen Bossen zu einer gemeinsamen Unterredung eingeladen wird, wie man sie auch aus den Sopranos kennt. Dort kann man in einem Dialog mit dem jeweiligen Boss versuchen das Problem aus der Welt zu schaffen, ohne in einem offenen Konflikt zu treten, denn schließlich geht es immer ums Geld und man kann auch nicht jeden Polizisten im fiktiven Chicago schmieren.

Zwar war das Spiel noch in einer frühen Alpha, aber ich bin jetzt schon ziemlich sicher, dass Empire of Sin in meiner Top10 2020 vertreten sein wird.

 

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