gamescom 2019: Zu Gast bei: The Farm 51: Chernobylite

©The Farm 51

Und schon wieder zu Besuch bei einem polnischen Entwicklerstudio, jedoch sind die Jungs von The Farm 51 kein unbeschriebenes Blatt, denn der Stamm der Crew arbeitete bereits an den durchaus gelungenen Shootern der Painkiller-Reihe. Auf diesem Fundament fußt auch das neue Spiel der Polen, denn im Herzen ist Chernobylite ein Survival-Horror-Shooter, jedoch mit einem deutlich geringeren Tempo als die furiosen Painkiller-Spiele der Vergangenheit.

Chernobyl selbst ist, nicht zuletzt auf Grund der überragenden HBO-Serie zur Zeit wieder in aller Munde und so verwundert es auch nicht, dass sich jemand der Vorlage annimmt. Aber anders als die Fernsehserie gibt es bei Chernobylite einen Sci-Fi Touch. Der Hauptcharakter ist nämlich ein Wissenschaftler mit einem bestimmten Ziel, der mehr weiß, als er offen zugibt.

Am Anfang der Gameplaydemo betritt man nämlich 30 Jahre nach dem großen Unfall erneut das ukrainische Atomkraftwerk, begleitet von zwei Soldaten, die als Black-Ops in das bewachte Gebäude eindringen. Dabei kann man schon zu Beginn die gelungenen Stealthelemente des Spiels antesten, denn statt sich mit dem russischen Militär anzulegen, ist es deutlich schlauer sich um die Soldaten herumzuschleichen. Hin und wieder darf man dabei auch Entscheidungen in einem Dialogsystem treffen, die sich auf die Geschichte auswirken sollen. Doch sobald man das eigentlich Gelände betrifft, wird klar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Der Protagonist spricht kurz mit einem Bild von seiner Frau, die vor 30 Jahren hier verschwunden ist und beginnt gelegentlich ihre Stimme zu hören. Auch sieht man geisterhafte Erscheinungen der Arbeiter im Atomkraftwerk, inklusive des ikonischen „Not great, not terrible“ Zitats.  Die Atmosphäre ist beklemmend und weiß direkt zu überzeugen.

Dann jedoch kommt der eigentliche Twist, denn an der Stelle, an der man auch heute noch den als Elefantenfuß bekannten Klumpen findet, der am Ort der Kernschmelze liegt, findet der Protagonist das titelgebende Chernobylite, eine Art Kristall mit besonderen Eigenschaften. Kurzerhand schnappt sich der Spielercharakter nämlich einen Brocken des Materials und fügt es in eine Art Pistole, die daraufhin einen Dimensionsriss verursacht.

Ab hier beginnt das eigentliche Abenteuer, denn mit der neuen Fähigkeit will der Held seine Frau wiederfinden. Dazu springt er in der Zeit zurück und versucht ein Lager einzurichten. Damit beginnt auch gleichzeitig auch der Survivalaspekt des Spiels, denn fast schon wie bei Minecraft gilt es ab jetzt neben den eigentlichen Zielen auch Werkzeuge herzustellen und die eigene Basis auszubauen. Dabei trifft man auf verschiedene Mitstreiter, die auch selbstständig auf Missionen geschickt werden können, sowie auf einen maskierten Feind, der offensichtlich ebenfalls durch die Zeit reisen kann.

Ich habe vorher noch nichts von dem Spiel gehört, dementsprechend war ich von dem Sci-Fi Twist ziemlich überrascht. Die Geschichte rund um das Chernobylite und seine fast schon magischen Eigenarten klingen eigentlich hanebüchen und hätten mich ehrlich gesagt abgeschreckt. Beim anzocken war aber schnell klar, dass der Kritikpunkt nicht so schwer wiegt, denn die Atmosphäre stimmt. Die RPG-Elemente fühlen sich natürlich an und der Umstand, dass ausgerechnet der Protagonist mehr zu wissen scheint, als er preisgeben will ist ein gelungener Ansatz. Außerdem macht die Mischung aus Basenbau, Herumgeschleiche und Feuergefechten echt Laune.

 

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