GOD EATER 2: Rage Burst im Review – Wenn Menschen den Göttern den Kampf ansagen

Mit GOD EATER 2 Rage Burst präsentiert Bandai Namco Entertainment das in Japan extrem beliebte Spielefranchise, zu dem es mittlerweile auch einen Anime gibt, den europäischen Fans des Genres. Da es der erste Teil zuvor nicht zu uns geschafft hat, man den Spielern aber kein Stück der Geschichte vorenthalten möchte, bekommen Käufer von GOD EATER 2 diesen gleich mit dazu geschenkt – eine noble Geste den Fans gegenüber, die sich gerne manch anderer Publisher abschauen könnte. Startet ihr das Spiel, werdet ihr nach der Charaktererstellung zunächst mit einer fantastischen einleitenden Animesequenz begrüßt, die mit tollem Soundtrack gleich Lust auf das macht, was da im Spiel kommen wird. Doch kann das Game halten, was das Opening verspricht?

Götter unter uns

Ein Gott… Für die meisten von uns steht dieses Wort wohl für eine Art allwissende, höhere Macht, die man nicht greifen kann und die als gutes Wesen über alles wacht. Ganz anders in der Welt von GOD EATER. Hier sind die „Götter“, die sogenannten Aragami, sehr viel greifbarer als den Menschen lieb sein dürfte. Bei den Aragami handelt es sich um wilde Bestien, die sich zwar teils von toten Artgenossen ernähren, jedoch oft auch nichts gegen einen menschlichen Zwischensnack einzuwenden haben. So kommt es, dass große Teile der Menschheit ausgelöscht wurden. Doch es gibt auch jene, die sich zu einer großen Gruppe von Soldaten zusammengeschlossen haben, um gegen die Aragami ins Feld ziehen – die sogenannten God Eater! Drei Jahre nach den Ereignissen von GOD EATER Resurrection startet ihr als einer dieser God Eater und neuer Rekrut der Eliteeinheit Blood. Jedem God Eater stehen als Waffe gegen die Aragami die sogenannten God Arcs zur Verfügung – Kampfinstrumente, die oft die Größe eines Menschen übersteigen und in verschiedenen Formen daherkommen. Wählen könnt ihr beispielsweise zwischen verschiedenen Klingen, Hämmern, Speeren oder Sensen. Doch das sind nur eure Waffen für den Nahkampf, denn die God Arcs lassen sich auch in Fernkampf-Waffen transformieren, bei denen ebenfalls eine umfangreiche Auswahl besteht. Alle Mitglieder von Blood haben jedoch noch eine weitere Waffe gegen die Aragamio zur Verfügung, die ihnen angeboren ist: Die sogenannte Blutkraft. Diese sieht bei jedem God Eater anders aus bzw. ruft andere mächtige Effekte hervor.

Aller Anfang ist schwer

Als Rekrut startet ihr zunächst erst einmal ganz langsam in das Spiel. Um euch in die Grundlagen der Steuerung und des Kampfes einzuführen, habt ihr zunächst ein Basistraining zu absolvieren, nachdem ihr euch dann zumindest schon einmal so fühlt, als könntet ihr ein paar erste Kämpfe bestreiten. Doch im Grunde habt ihr zu diesem Zeitpunkt erst an der Oberfläche des Kampfsystems von GOD EATER gekratzt. Die unterschiedlichen Arten von Waffen bekommt ihr nach und nach von anderen Charakteren erklärt, wenn ihr das möchtet. Es bietet sich aber auf jeden Fall an, sich im richtigen Kampf selber ein Bild davon zu machen, welche Nah- und Fernkampfwaffen und welches Schild zum eigenen Stil passen. Allerdings ist es auch nicht verkehrt, die Waffe vor dem Kampf den jeweiligen Aragami-Typen anzupassen, über die ihr entsprechende Informationen erhaltet. Eine solche Kleinigkeit kann den Unterschied ausmachen, ob ihr einen Gegner in unter einer Minute abfrühstückt oder ob ihr für die selbe Mission eher 5 Minuten braucht, bis ihr endlich die Panzerung der Bestien durchdrungen habt. Und sind wir mal ehrlich: Es ist ein tolles Gefühl am Ende des Tages als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen – aber doch bitte mit Stil! 😉

Übrigens ergibt sich zwischen eurem anfänglichen Training und den eigentlichen Missionen noch ein weiterer entscheidender Unterschied: Ihr habt immer einige Teamkameraden mit dabei. Welche, das könnt ihr vor Beginn der Mission selber entscheiden. Auch die Wahl eures Teams kann ausschlaggebend dafür sein, wie einfach oder schwierig sich euer Auftrag gestaltet, bringen doch alle Teammitglieder unterschiedliche Fähigkeiten mit in den Kampf. Generell gilt also: Macht euch vor eurem Kampf Gedanken über eure Strategie und richtet euer Team und eure Ausrüstung danach aus. Dann klappt es auch mit der S-Wertung am Ende der Mission.

Auswahl, so viel Auswahl…..

Tatsächlich bietet GOD EATER im Hinblick auf Waffen und zusätzliche Fähigkeiten so viel Auswahl, dass es nicht immer ganz einfach ist, hier durchzusteigen. So kann es durchaus einmal vorkommen, dass ihr ganz schön lange vor dem Bildschirm sitzt, nur um euch mit eurer Ausrüstung vertraut zu machen und die passende für den kommenden Kampf zu wählen. Dieser ist dann häufig deutlich schneller vorbei, als die Vorbereitungszeit es vermuten lassen würde. Hinzu kommt noch, dass ihr eure God Arcs mit zusätzlichen Fähigkeiten ausrüsten könnt – und auch hier ist die Auswahl unglaublich groß. Es ist außerdem nicht verwunderlich, wenn ihr euch zu Beginn eures Abenteuers ein wenig von den Begriffen erschlagen fühlt. Während GOD EATER-Fans recht schnell in die Materie eintauchen sollten, könnten gerade Neulinge öfter einmal überfordert sein. Glücklicherweise leisten die Entwickler hier Hilfestellung. Am Terminal in der Lobby von Fenrir, wo ihr euch vermutlich den größten Teil eurer Zeit aufhalten werdet, wenn ihr nicht gerade auf einer Mission seid, habt ihr Zugriff auf eine umfangreiche Datenbank, die euch fast alles erklären kann, was ihr wissen wollt. Zusätzlich gibt es in der Lobby übrigens auch einen Automaten, an dem ihr euch das geniale Intro noch einmal ansehen könnt, oder euch die verschiedenen Tracks des Gamesoundtracks anhören könnt. Hier wussten die Entwickler wohl ganz genau was sie tun, denn der Soundtrack des Spiels ist über jeden Zweifel erhaben. Übrigens machen auch die englischen Synchronsprecher eine ganz gute Figur, deutsche Synchro wird indes nicht mitgeliefert.

Ist das da ein Vorsprung?

Das ist manchmal eine durchaus berechtigte Frage. Legt man bei einigen Teilen des Spiels grafisch Wert auf Details – hier stechen besonders die Waffen hervor – so wirken manche Texturen oder Plattformen und Vorsprünge, als wären sie geradewegs der PS2-Ära entsprungen. Sicherlich muss man seine Erwartungen an die Grafik etwas zurückschrauben, bedenkt man, dass das Spiel ursprünglich für die PSP und die PlayStation Vita entwickelt wurde, doch hin und wieder hat man auch hier ganze Arbeit geleistet, denn vor allem bei den Bossgegnern hat man sich mit der Modellierung sehr viel Mühe gegeben. Übrigens resultieren aus dem ursprünglichen Mobile-Setting auch durchaus positive Spielaspekte. So ist die Teilung der Handlung in einzelne Missionen äußerst praktisch, wenn man nur mal eine kurze Session spielen möchte. Hier gilt in etwa das gleiche wie für Attack on Titan: Wings of Freedom, das wir kürzlich unter die Lupe genommen haben: Das Spiel ist ein Schmankerl für Zwischendurch, kann auf die Dauer allerdings ein wenig eintönig wirken. Was dem im Falle von GOD EATER jedoch entgegenwirkt ist die riesige Auswahl an Waffen und die unterschiedlichen Strategien, die im Kampf zum Ziel führen können. Da ist AoT deutlich stringenter. Allerdings muss man sagen, dass es gerade bei Kombos auffällt, dass die Bewegungen des eigenen Charakters in GOD EATER etwas kantig und für eine Kombo nicht flüssig genug wirken. Das stört den Spielfluss jedoch nur minimal. Bei den Charakteren hat man sich übrigens sehr viel Mühe gegeben, jedwedes Anime-Klischee zu bedienen. Hier möchte ich jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen – lasst das Spiel einfach auf euch wirken. 😉

Schaut euch hier noch einmal den Launch Trailer an:

GOD EATER 2: Rage Burst
  • 7/10
    Story - 7/10
  • 7.5/10
    Gameplay - 7.5/10
  • 5.5/10
    Grafik - 5.5/10
  • 8.5/10
    Sound - 8.5/10
7.1/10

Fazit

Mit GOD EATER 2: Rage Burst bringt Publisher Bandai Namco Entertainment ein in Japan sehr beliebtes Franchise endlich nach Europa. Doch nicht nur das, die Fans bekommen Teil 1 sogar als Zugabe obendrauf. Das Spiel spricht dabei im Grunde die selbe Zielgruppe an wie Monster Hunter, ist aber trotz umfangreichen Kampfsystems und vieler Fachbegriffe aus dem GOD EATER-Universum für Anfänger etwas leichter zugänglich. Als toller Titel für kurze Spielrunden zwischendurch, weiß GOD EATER 2 mit einem Missionssystem zu begeistern, dass so auf die Ursprünge des Spiels als Titel für PSP und Vita zurückzuführen ist. Grafisch teils ein wenig schwach auf der Brust (ebenfalls ein Nebeneffekt des Ursprungs), bringt das Spiel jedoch einen genialen Soundtrack und einzigartige Charaktere mit sich, die wirklich fast jedes Anime-Klischee erfüllen. Die Bossgegner, die mit viel Liebe zum Detail designed wurden, tragen ebenfalls zum Gesamtbild des Spiels als grundsolider Titel bei und runden dieses ab.

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