Himmlische Intervention

Auf dem Weltjugendtag äußert sich Papst Franziskus zum Thema Videospiele – und rät davon ab. Doch er hat seine Argumente.

Papst Franziskus ist eine moderne Inkarnation des höchsten katholischen Kirchenamtes. Immer wieder fiel er durch progressive Äußerungen aus, die ihn von seinen Vorgängern abgrenzten und die Kirche nicht – wie sonst meist üblich – wie aus der Welt gefallen wirken ließ. Trotzdem sind auch immer wieder in seinen Reden die erzkonservativen Einfärbungen der Kurie zu spüren. Bekanntestes Beispiel: Verhütung. Während er sich noch 2015 dagegen aussprach, vollführte der Argentinier 2016 aufgrund der Zikaepedemie eine Kehrtwende. Neuestes, ambivalentes Beispiel: Zocken!

Franziskus vor versammelter, katholischer Anhängerschaft in Polen.

So führte der Papst an, dass man nicht geboren worden sei, um auf dem Sofa vor sich hin zu vegetieren und das Weltgeschehen zu verschlafen. Man müsse vielmehr aktiv auf die Straße gehen, sich politsch und sozial engagieren und Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen wollen. Moderne Unterhaltungskanäle und Videospiele seien Formen, damit sich die Leute vor der Wirklichkeit und anderen Menschen verstecken könnten. Franziskus forderte seine Zuhörer auf dem Weltjugendtag in Polen dagegen dazu auf, aktiv, sozial, bedacht und engagiert zu sein, um eine solidarische Weltgemeinschaft zu formen.

Was denkt ihr? Hat Papst Franziskus einen wunden Punkt des Gamings getroffen? Oder sind Zocken und eine aktives, engagiertes Leben vereinbar?

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