Interview mit Indieentwickler Konstantin Kopka

Konstantin Kopka von Ghostbutter, einem kleinen deutschen Entwicklerstudio, hat sich freundlicherweise die Zeit genommen uns einige Fragen über ihn und seine Arbeit zu beantworten.
Seine bisher veröffentlichen Spiele sind alle kostenlos auf Itch.io verfügbar.
Obwohl diese sehr kurz sind, sind die meisten sehr einfallsreich und originell, besonders visuell sind viele sehr einzigartig und ansprechend.

Warum „Ghostbutter“? Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?

Die Namensfindung für Ghostbutter war ein erstaunlich langer Prozess, aber im Endeffekt mochten wir einfach die Kombination der beiden Dinge (Ghost + Butter) und fanden, dass das nach etwas klingt, was zu uns passt.

Seid wann entwickelst du Spiele und wie ist es dazu gekommen?

Ich habe von 2007 bis 2013 traditionelle Malerei in Leipzig studiert und komme also sozusagen aus der Kunstwelt zum Spiele entwickeln. Angefangen mit der Entwicklung von ersten Spielen habe ich ca. 2009 und ich konzentriere mich seit meinem Diplom 2013 so viel ich kann auf die Spieleentwicklung.

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem Spiel?

Das ist extrem unterschiedlich. Ich habe viele Gamejam-Spiele innerhalb von 2-3 Tagen gebaut und sitze nun schon seit über 2 Jahren an Wunderdoktor.

Eure Spiele sind alle kostenlos verfügbar. Ist das Entwickeln für euch nur ein Hobby?

Bislang war das meiste, was ich gemacht habe kostenlos und im browser spielbar, weil das für mich die sinnvollste Methode war, Dinge zu releasen.
Wunderdoktor ist mein mit Abstand ambitioniertestes Projekt und wird nächstes Jahr bei Steam zu kaufen sein.

Hast du vor irgendwann hauptberuflich Spiele zu entwickeln?

Ja, das ist das Ziel.


Viele eure Spiele haben einen sehr einzigartigen, „körnigen“ Stil (z.B. A Good Cup of Tea)? Wie kommt es dazu?

Die Spiele, an denen ich mit meiner Schwester (Elenor Kopka) gearbeitet habe, haben Ihren Stil, weil sie die Grafiken dafür gemacht hat. Das waren „A Good Cup of Tea“, „Ghost Coin“ und „Dress Code: Human“

Im Moment arbeitet ihr an „Wunderdoktor“. Würdest du etwas über das Spiel erzählen?

Wunderdoktor ist aus „Wunderheilung“ entstanden, einem Mini-Prototypen zu einem Ludum Dare Gamejam 2014, das Thema war damals „Beneath the Surface“. Das Gamejam-Spiel hat sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, u.a. einen Rock Paper Shotgun Artikel und viele Lets Plays, so dass ich motiviert war, aus der Idee ein „ganzes“ Spiel zu bauen, was statt 2 Minuten eher 2 Stunden Länge hat.

Ich arbeite jetzt seit Ende 2014 daran, anfangs alleine und inzwischen mit der Hilfe von einem Freund, der vor allem die Animationen macht und auch beim Game Design hilft.
Das Spiel ist im Prinzip immer noch sehr nah an der Idee vom Ludum Dare Spiel dran: Man läutet eine Glocke und es kommen Patienten mit diversen wundersamen Krankheiten hereinspaziert, die man dann heilen kann. Die Idee ist sehr simpel und wir haben in erster Linie versucht, den „Wahnsinn“ altertümlicher und auch so mancher alternativer Medizin einzufangen und spielbar zu machen: So wird das Spiel im Verlauf immer abstruser, die Patienten verändern sich teils drastisch und man erlebt eine mysteriöse Geschichte, die sich darum dreht, dass man in diesem Medizin-Zug ist und sich dort von Abteil zu Abteil vorankämpft.

Im Laufe der Handlung wird man viele kuriose Gestalten treffen, die einem einen Einblick in die größere Welt geben. Vom Gameplay her ist das ganze sehr..weird. Wir haben wirklich sehr sehr viel ausprobiert zu Beginn des Projektes und haben nun eine Art Hybrid-Genre aus Wario Ware-style Minigames und einem storylastigen Adventure-Game geschaffen. Der Fokus für uns liegt darauf, dass das Spiel in erster Linie Spaß macht, sich einfach gut anfühlt und dem Spieler kontinuierlich interessante und verblüffende Begegnungen bietet.

Inspiriert ist das Spiel vor allem durch mein Interesse an Medizin im Allgemeinen (ich habe nach dem Abitur damals 9 Monate Zivildienst in einem Krankenhaus gearbeitet und das hat mich in der Hinsicht sehr geprägt) und meine Faszination für obskure Pseudowissenschaften & Quacksalberei.

Wunderdoktor wird 2017 auf Steam erhältlich und nicht kostenlos sein.

Hast du weitere Pläne für die Zukunft?

Der Plan ist aktuell erstmal ganz klar, das Spiel nächstes Jahr endlich zu releasen und danach werden wir sehr wahrscheinlich das nächste Projekt starten, dann eventuell mit meiner Schwester als Art Director.

Falls ihr jetzt Lust auf eines von Ghostbutters Spielen bekommen hat, kommt ihr hier auf die Itch.io Seite.
Ich würde euch vor allem Wunderheilung ans Herz legen, ein sehr lustiges kurzes Spiel, bei dem ihr außerdem schon einmal herausfinden könnt, ob Wunderdoktor etwas für euch sein könnte.

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