Magic: The Gathering – Von der Nische zum Massenphänomen

WizKids and Wizards Announce New Magic:“ (CC BY 2.0) by BagoGames

Das Sammelkartenspiel Magic: The Gathering hat weltweit rund 35 Millionen Fans und kann daher heute wohl kaum als Nischenprodukt bezeichnet werden. Trotzdem schien das Kartenspiel über viele Jahre eine spezielle Zielgruppe anzusprechen und dem Rest der Welt vorenthalten zu bleiben, anders als der Konkurrent Pokémon, der zum absoluten Mainstream-Phänomen wurde. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch stark verändert. Durch das Aufkommen einer digitalen Version der Karten begannen sich zahlreiche Gamer für das Spiel zu interessieren. Der Startsprung in den eSport vergrößerte die Fanbase schlagartig. Jetzt folgt der Netflix-Anime. Wir haben alle Details zum großen Siegeszug von Magic: The Gathering.

Eine kleine Idee wird ganz groß

Erfunden wurde das Kartenspiel von Richard Garfield, der besonders die Community der Rollenspieler ansprechen und ein flottes Spiel für Zwischendurch bieten wollte. 1993 sprang Wizards of The Coast auf seine Idee auf und produzierte die ersten Karten mit Fantasy-Charakteren. Seither sollen rund 20.000 verschiedene Karten existieren, die in 11 Sprachen veröffentlich wurden. Magic: The Gathering wurde von zahlreichen Fans gesammelt, getauscht und zum Kampf eingesetzt. Auf der ganzen Welt, natürlich auch in Deutschland wurden Treffen unter Spielern abgehalten und Turniere veranstaltet. Nachdem das Kartenspiel seinen Höhepunkt erreicht hatte, nahmen die Verkaufszahlen jedoch wieder ab. Eine neue Idee musste her.


Spielmatte“ (CC BY 2.0) by ohallmann

Magic wird digital

Das erste Computerspiel zu Magic: The Gathering erschien bereits 1997, in dem Spieler gegen eine KI antreten konnten. Der große Erfolg blieb aus, denn die Spieler genossen den Wettkampf gegeneinander mehr. Erst Ende 2018 kam der große Durchbruch. Wizard kündigte auf seinem Blog an, dass Magic: The Gathering mit einer neuen Version endlich zu einem eSport aufsteigen würde und 2019 zahlreiche Turniere veranstaltet werden sollen. Die Fans konnten es kaum fassen. Gespielt wird das Spiel Magic: The Gathering Arena im Mythic Championship, zusätzlich sollen dort auch analoge Wettkämpfe stattfinden. Der Einstieg in den Sport ist eine weise Entscheidung, denn die eSports-Branche wächst weiterhin rasant und zieht Millionen Zuseher vor die Bildschirme. Spiele wie CS:GO und DOTA2 haben den Erfolg bereits bewiesen. Die Faszination um den Wettkampf spiegelt sich darin wider, dass nicht nur Fußball und Co., sondern auch eSports Wettquoten bei großen Buchmachern nun angeboten werden. Der Hype der eSports-Turniere hat damit einen großen Einfluss auf den Erfolg der Spiele. Die steigende Beliebtheit von Magic: The Gathering geht also mit dem gegenwärtigen Trend in Richtung eSports Hand in Hand.

Fantastisches Storytelling

Schon vor Jahren wurde das Potenzial von Magic: The Gathering erkannt, Geschichten zu erzählen. Mit den außergewöhnlichen Figuren der Spielkarten sind spannende Fantasy-Abenteuer garantiert. Erste Bücher darüber erschienen bereits 1994, ab 2000 wurden mehrere Trilogien herausgebracht, die sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzten. Die Bücher waren dem Spiel ähnlich, jedoch eher für eine spezielle Zielgruppe bestimmt und hatten keinen Erfolg im Mainstream. Das soll die neue Netflix-Serie jedoch schlagartig ändern. Der Anime wird von den Machern des Films Avengers: Endgame produziert und verspricht damit jede Menge Kultpotenzial. Wie die Serie aufgebaut sein wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Magic: The Gathering ist eine außergewöhnliche Idee, die sich über die Jahre immer wieder neu erfunden hat. Vom erfolgreichen Sammelkartenspiel für Fantasy-Fans, zum eSport-Hit und bis hin zur Netflix-Serie hat sich das fantastische Abenteuer ständig etwas Neues einfallen lassen.

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