Playstation Now – Ein Test der Beta

Man stelle sich vor: eine immaterielle Konsole, also eine, die nicht physisch vorhanden ist, und diese wäre zu (fast) allen Geräten kompatibel, solange die Internetverbindung schnell genug ist. Dies soll Playstation Now bieten, das „Netflix für Videospiele„.

Sony hat eine spielerische Plattform entwickelt, die einen Katalog von Titeln anbietet, die, wie andere On-Demand-Dienste, die Nutzung der Werke erlaubt. Leider gehört Deutschland zu den Ländern, in denen es Now noch nicht geschafft hat, Fuß zu fassen. Wie wir schon berichteten scheint die Erhöhung des Abo-Preises für Plus aber auf eine baldige Einführung des Dienstes in unseren Gefilden hin zu deuten. Auch die Aufnahme von einigen PS4-Titel in Now könnte darauf hindeuten. Fasziniert von dem Potential des Projekts – auf lange Sicht – testeten wir die Playstation Now Beta.

We want Now now!

Während des Tests hatte Playstation Now, obwohl die angegebene Internet-Geschwindigkeit der von Sony angegebenen Anforderungen weit überlegen ist, ab und zu mal einen „Schluckauf„. Bis zum, hoffentlich baldigen, Release, wird das bestimmt noch gelöst.

Aber, jetzt öffnen sich die Türen der virtuellen Now-Bibliothek. Der erste Eindruck ist aufrichtig gesagt ziemlich desorientierend. Obwohl die Oberfläche kommunikativ genug ist (es sollen bis zu 400 Titel erhältlich sein), muss man doch viel blättern.

Wie ein Kind, das sich plötzlich in einem Multi-Geschmaks-Süßwarenladen wieder findet, ist man nicht gleich in der Lage zu entscheiden, welches Spiel man zuerst versuchen soll. Ja, man hat die Qual der Wahl. Die Entscheidung fiel dann auf einen der (wenigen) PS4-Titel in der Bibliothek: God of War III Remastered. Damit man auch eine Übersicht hat, wenn die Verbindung zu wackeln beginnt, wird in diesem Fall ein Symbol am rechten Bildschirmrand angezeigt.

Nach einigen Stunden wechselten wir zu Red Dead Redemption und es muss gesagt werden, dass Playstation 4 Spiele anscheinend weniger flüssig laufen, als Titel für die PS3.

In der Tat laufen God of War: Ascension und Killzone 3 viel schöner und machen mehr Spaß, als ihre großen Brüder. Die Titel sind fast identisch mit denen, die man von der Playstation  3 kannte. Überraschend, PS4 Spiele wie Heavy Rain (Remastered) und Resogun zeigen doch eine leichte Latenz bei der Eingabe. Da der Streaming-Dienst doch eine ziemlich starken Bandbreitenverbrauch erfordert, zeigt sich da doch eine Schwäche von Playstation Now.

In der offenen Welt von Darksiders II: Deathinitive Edition und Saints Raw 4 begann die Verbindung auch zu stocken, was dazu führte, dass man in einigen Sequenzen ein körniges Bild auf dem Schirm hat.

Doch trotz dieser kleinen Pannen haben die Spiele für die PS4 bewiesen, dass Now tatsächlichen ausreichend ist, ein ähnliches Gefühl zu bekommen, als habe man den Titel direkt auf der Konsole.

Doch noch besser schaut es beim Streaming von PS3-Titeln aus. Beim weitern Ausprobieren von Red Dead Redemption, The Last Of Us, Uncharted 3,Shadow of Colossus und ICO, um nur ein paar zu nennen, ergaben sich nie irgendwelche Arten von Unsicherheit, und selbst wenn, sind sie nicht aufgefallen.

Das größte Verkaufsargument für Playstation Now, neben dem schon erwähnten möglichen 400+ Spielen, ist in der Tat, dass die meisten Titel als Gesamtausgabe auftreten, also mit allen bis dahin erhältlichen DLCs. Auch Trophäen und meist sogar der Multiplayer-Modus werden unterstützt.

Leider führte eine sehr starke Verzögerung beim kompetiven Shooter von Turtle Rock Studios Evolve zu ein paar Kopfschmerzen. Kontinuierlich sinkende Auflösung und sogar Verbindungsabbrüche setzen dem Titel die Krone für das schlechteste z.Zt. erhältliche Spiel in Playstation Now auf.

Angesichts der Möglichkeit, Fortschritte in der Cloud zu speicher und mit einer erstaunlichen Liste von Spielen könnte Sony’s Streaming-Spielothek ziemlich attraktiv werden und eine breite Masse von Spielern ansprechen.

Das Konzept von Playstation Now ersetzt nicht, und wird es vielleicht auch nie, den Kauf eines Titel für die Sony Konsole. Es ist eher eine Alternative, ein effizienter Ersatz, der aber noch ein bisschen umständlich ist. Sony setzt aber viel daran, einen Container mit einer beeindruckenden Anzahl von Titeln zu formen. Der Weg ist vielleicht noch lang, aber: wenn es wahr ist, dass die Anzahl der PS3 Spiele immens werden wird, muss die Produktpalette der PS4 erweitert werden. Leider scheint im Moment, zwei Jahre nach der Gründung von Now, die volle Reife noch nicht erreicht. Derzeit kann man sich dem neuen Dienst auf der Playstation aber gut anvertrauen.

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