Review: Serial Experiments Lain – Gesamtausgabe (Blu-Ray)

Der digitale Wandel hat uns voll erfasst – Spätestens mit dem Aufkommen von Smartphones sind wir zu jedem Zeitpunkt voll miteinander vernetzt. Ein potentielles Date ist über Tinder nur einen Swipe weg entfernt, auf unseren Tablets und Mobiltelefonen sind ganze Bibliotheken und Musik- und Filmsammlungen via Spotify und Netflix abrufbar, über UBER bestellen wir uns ein Taxi in der Nähe und Lieferando, Foodora und co. liefern das Essen. Alle Dienste sind über unsere Social Media-Accounts miteinander verknüpft. Konzerne wie Facebook und Google kennen uns besser als wir selbst und natürlich macht sich auch die Politik diese Technologien, Big Data ist das Stichwort, zunutze. Kurzum: Das digitale Zeitalter durchdringt alle Sphären des menschlichen Miteinanders. Es beeinflusst die Art und Weise wie wir miteinander kommunizieren, wie wir lernen, wie wir lieben, wie wir konsumieren, wie wir glauben, wie wir leben. Was also wird der finale Schritt sein?

Als die 13-Folgen starke, zwischen Cyberpunk und Science-Fiction oszillierende Mini-Serie Serial Experiments Lain, deren Drehbuch von Chiaki J. Konaka stammt, während für das Charakterdesign und Produktion Yoshitoshi ABe und Yasayuki Ueda verantwortlich sind, im Jahre 1998 auf Tokyo TV erstmals ausgestrahlt worden war, schien das alles noch ferne Zukunftsmusik – die aber im Kern der Internet-Technologie bereits angelegt war. Wir können bereits zum jetzigen Zeitpunkt durchaus davon sprechen, dass die Grenze zwischen Virtualität und Realität nicht mehr klar gezogen werden kann und gerade die Entwicklungen im Bereich Augmented und Virtual Reality werden in naher Zukunft sicherlich noch für unschärfere Trennlinien sorgen. Das Bemerkenswerte an dieser Serie ist also der Umstand, wie visionär und vorausschauend ABe diese Themen angepackt und in eine Anime-gewordene Abhandlung über das Menschsein gegossen hat, die in ihrer philosophischen Tiefe an Machwerke wie „Ghost in the Shell“ und „Akira“ oder auch „The Matrix“ erinnert. Mit der jüngst veröffentlichten Gesamtausgabe bringt Animespezialist Nipponart nun erstmals eine Gesamtausgabe auf Blu-Ray heraus, die alle 13 Folgen auf 2 Scheiben enthält. Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich für das Exemplar, dass Nipponart uns zur Verfügung gestellt hat.

STORY  // „I dont need to stay in a place like this…” //

Die Geschichte von SEL wiederzugeben ist gar kein so einfaches Unterfangen, da die Erzählstruktur sehr experimentell und schwer greifbar ist. Hauptprotagonistin ist die dreizehnjährige Lain Iwakura, ein extrem introvertiertes Mädchen, das mit ihrer Familie, dem Technik- und Computeraffinen Vater und der emotional seltsam zurückhaltenden Mutter Miho und der ebenso unnahbaren Schwester Mika in einem Vorort Tokyos lebt. Das Geschehen spielt sich in naher Zukunft ab, in der alle Menschen über die sogenannte „Wired“ miteinander vernetzt sind, ein Netzwerk, das im Wesentlichen unserem Internet entsprechen könnte. Als Aufhänger für die Ereignisse des Animes dient der Selbstmord der unscheinbaren Klassenkameradin Chisa Yomoda, die sich im Vergnügungsviertel Shibuya vom Dach eines Hochhauses in die Tiefe stürzt. Dennoch erhalten einige SchülerInnen kurze Zeit später eine mysteriöse Mail in Echtzeit, die besagt, dass Chisa lediglich ihre fleischliche Hülle hinter sich gelassen habe, in den Tiefen der Wired jedoch fortlebe und dort „Gott“ gefunden habe. Was Lains Mitschülerinnen zunächst für einen Hoax, also einen schlechten Scherz halten, treibt die bis dato wenig computerinteressierte Lain dazu an, sich näher mit ihrem Navi (dem Computer-Äquivalent dieser Zeit) und der Wired auseinanderzusetzen.

Lain’s Metamophorse: Ihr einstiges Kinderzimmer wandelt sich immer mehr zu einem pulisierenden Technik-Organismus…

Und je tiefer sie in die Wired eintaucht, desto mehr gerät ihre ganze Welt und ihr Selbstbild, ja ihre vollständige Existenz, ins Wanken. Das Wired entpuppt sich als eigenständig funktionierende Welt, mit eigener Hierarchie und eigenen Gesetzen, die aber in Ko-Existenz und wechselseitiger Relation mit der Realität besteht. Mit der Zeit wird das Geschehen immer surrealer und die Grenzen zwischen den Wirklichkeiten werden zunehmend aufgehoben. Das manifestiert sich in verschiedenen Ichs, die in der Wired gegenwärtig sind – Lain’s Alter Ego in der Wired nimmt dabei die Position eines omnipräsenten, beinahe gottgleichen Wesens ein – und die auch offenbar die Grenze zwischen den Ebenen überschreiten können. Lain selbst erfährt eine zunehmende Metamorphose zu der Entität, die in der Wired herrscht, ihr einstiges Mädchenzimmer wird zu einem alptraumhaft pulsierenden, modularisierten Technik-Organismus und sie entfremdet sich immer mehr von der Realität. Zugleich versucht eine geheimnisvolle Organisation die Trennwand zwischen Virtualität und Realität komplett einzureißen und auf Basis der Schumann’schen Erdresonanzfrequenz das kollektive Unterbewusstsein der Menschen miteinander zu verknüpfen, um eine Hardware-unabhängige Vernetzung der Menschen zu ermöglichen – als mögliche Antwort auf die in der Einleitung gestellte Frage, wo uns der finale Schritt digitaler Vernetzung hinzuführen vermag.

… und Lain wird vollständig zum Teil des Wired-Netzwerks

Abseits dieses Handlungsfeldes werden immer und immer wieder Plotstränge eingeführt- und beliebig wieder fallengelassen. Wer sind die Männer in Schwarz oder das ominöse Hackerkollektiv der „Knights“? Was hat es mit dem Amokläufer im Club Cyberia auf sich? Wer ist Gott? Ist Lain selbst die Gottheit des Wired und warum existiert sie unabhängig von ihrem irdischen Ich seit Anbeginn des Wired? Warum verhält sich Lain’s Familie so seltsam? Was ist mit Chisa? Der Umstand, dass der Anime relativ arm an Dialogen ist, er sich auch gar nicht allzu sehr darum bemüht dem Zuschauer das nötige Rüstzeug zum Verständnis der Handlung zu liefern, macht SEL zu einer ungemein fordernden, beinahe überfordernden Erfahrung. Zugleich ist „Lain“ ungemein langsam und spannungsarm inszeniert und vermengt hemmungslos philosophische Ansätze der Metaphysik eines René Descartes mit verschwörungstheoretischen und esoterischen Stoffen wie dem UFO-Absturz in Roswell und dem Majestic-12 Geheimbund (der angeblich einen Vertrag mit extraterrestrischen Wesen abschloss), Ideen wie dem Memex genannten Memory Expander, sowie dem Hypertext-Modell Project Xanadu. Jede gesprochene Zeile in diesem Machwerk ist symbolisch aufgeladen und von einem tiefen Technikskeptizismus geprägt.

Wer sind die mysteriösen Männer in Schwarz und was haben sie vor?

Der Anime ist in dreizehn Episoden unterteilt, die als Layer (also „Schichten“) bezeichnet werden, und die solche Titel wie „Psyche“, „Society“, „Religion“ und „Ego“ tragen, vermutlich mit dem Verweis auf die Schichten menschlichen Miteinanders, welche die Wired durchdringt.

Durch die Art und Weise, wie Plotelemente und einzelne Szenen arrangiert sind, ist der Anime extrem vieldeutig und erfordert, dass man sich unmittelbar mit dem Gesehenen auseinandersetzt. Er umspannt einige extrem spannende und komplexe Tropen, die nach konstruktivistischer Lesart gedeutet werden können. Ein sehr zentrales Thema dürfte die Frage nach der Identität sein und was diese konstituiert. In Serial Experiments Lain wird sehr häufig auf Konstruktionen verwiesen – Das Wired ist eine konstruierte Welt mit eigenem Schöpfungsmythos, scheinbar fixe Identitäten müssen im Wired neu ausgehandelt werden und mit jedem Alter Ego entsteht ein neuerlicher Positionierungsversuch in diesem Gefüge, ein aktiver Akt Bedeutungen (und Welten) zu konstruieren und zu dekonstruieren bis hin zur Selbstaufgabe. Das Finale impliziert jedenfalls selbiges.

Und in Zeiten, in denen Stars nicht mehr von der Industrie gemacht werden, sondern sich nach Marke Eigenbau auf Plattformen wie YouTube, Vine und Soundcloud selbst konstruieren, „influencen“ und dabei wechselseitig von der Like-Diktatur ihrer Follower abhängig sind, wird das Identitäten-Shifting, das in SEL thematisiert wird, immer relevanter. Folgerichtig wirkt es wie ein logischer Schritt, dass die Protagonisten in diesem Anime junge Heranwachsende um die dreizehn, vierzehn sind. Serial Experiments Lain bildet zumindest einen Ausschnitt aus dem Leben japanischer Adoleszenz nach mitsamt den einhergehenden Abhängigkeiten von Moden und Trends, dem Wandel von Familienstrukturen und dem Abnabelungsprozess – eben auch, weil das ein Alter ist, wo man sich zweifelsohne viel mit der eigenen Identität und der Frage nach der Zugehörigkeit stellt. In einem Interview sagte Drehbuchautor Konoka dazu:

„Maybe, a junior high school student generation ( whose olds are about 13, 14) are the most uncompleted through the life.”

Die Adoleszenz in SEL ist also eine metaphorische Repräsentation universeller menschlicher Entnabelungsprozesse und Neuerfindungen.

Serial Experiments Lain ist zweifellos ein visionärer Anime, der retrospektiv umso beeindruckender anmutet, wenn man sich dessen Weitsichtigkeit im Jahre 1998 vor Augen führt. Gespickt mit Zitaten auf Cyberpunk-Klassiker wie Tetsuo the Ironman oder die typografischen Experimente mit ihrem Verweis auf Jean-Luc Godard, ist SEL natürlich recht anspruchvolles Anime-Kino.

Jetzt das große ABER: Selbst mit viel Wohlwollen empfinde ich die zähe und beinahe beliebige Erzählweise streckenweise als schlampig und beinahe etwas flach. Serial Experiments Lain ist nicht konsequent Kunstwerk genug, um sich derartige Lücken in der Narration erlauben zu können. Sicherlich, ein David Lynch liefert dem Zuschauer auch keine Schlüssel für das Verständnis seiner Werke, es geht vielmehr um Suggestion. Aber in seiner Wortkargheit übertreibt SEL es streckenweise, zumal die Charakterisierung der anderen Charaktere auch sehr oberflächlich bleibt. Die Gespräche zwischen Lain und ihren Freundinnen können kaum als solche bezeichnet werden. Es mag natürlich sein, dass auch das eine bewusste Entscheidung ist – dass die Kommunikation in der Wired die Kommunikation auf der realen Ebene simplifiziert hat, aber das hätte man auch in weniger gestelzten Dialogen zeigen können. Einige Szenen wie der Amokläufer im Cyberia wirken irgendwie zu plakativ „edgy“, um wirklich eine dramaturgisch relevante Funktion zu erfüllen. Die Storyline von SEL birgt genug faszinierende Stoffe in sich, die ich extrem interessant finde, als dass man diese hätte konkreter ausformulieren dürfen. Gerade Folge 9 steht für mich exemplarisch für den (im negativen Sinne) rohen bis unfertigen Charakter der Serie – In rund 25 Minuten wird hier nacheinander weg mit verschiedenen wissenschaftlichen bis pseudowissenschaftlich-esoterischen Motiven, garniert mit Verschwörungstheorien wie Roswell, um sich geschossen – Das ist schlichtweg zu viel Input in zu kurzer Zeit, um das dramaturgisch irgendwie in Einklang zu bringen. Natürlich könnte ich hier erneut der Serie unterstellen, dass das eine Metaebenen-Spielerei ist – Schließlich werden wir beim Surfen im Internet auch mit einer großen Menge Information überfordert, nicht umsonst haben Verschwörungstheorien zwischen Flat Earth, Reptiloiden, Bundesrepublik GmbH und Reichsbürgerschaft heutzutage Konjunktur. Aber ich kann das Ganze handwerklich zu schlecht einschätzen, wie es gemeint ist. Auf der Haben-Seite steht also: Ich habe nachhaltig viel über die Serie und ihre Intention nachgedacht, mich aber gleichzeitig durch eine partiell hanebüchene Inszenierung gequält. Und das ist dann schlussendlich doch nicht das Material, aus dem Meisterwerke gemacht sind.

BILD UND ANIMATION // “No matter where you go, everybody’s connected.” //

Visuell ist Serial Experiments Lain ebenfalls eine ambivalente Geschichte – Einerseits wird die Erzählung größtenteils von den Bildern getragen. Hier ist nichts dem Zufall überlassen. Jede Einstellung ist eine bedeutungstragende Einheit. Und auch hier zeigt sich die durchgehende Experimentierfreude der Macher. Die langen Schatten sind in einem dunklen flimmernden Violett mit blutähnlichen Sprengseln gehalten – Als würden in den Schatten die Schnittpunkte zur Wired liegen. Dunkle Innenräume werden meist nur vom sterilen, fahlen Licht der Displays erhellt, während helle Räumlichkeiten hingegen bis zur Unkenntlichkeit in ein tiefes, grelles Weiß überbelichtet sind – Die kontrastreichen Bildkompositionen sind künstlerisch durchgehend hochwertig und verstärken die durchweg melancholische bis surreal-bedrohliche Stimmung. Die Strommasten zieren den Himmel wie unheilvolle Monumente. Ein besonderes Faible scheint ABe für Close-Ups zu haben, seien es die tiefen, kalten Augen der Charaktere oder verzerrte Gesichtspartien – Immer wieder fährt die Kamera ganz dicht an die Protagonisten heran. Generell hat das Artdesign-Team viel mit Computern und CGI gearbeitet, der Stilmischmasch zwischen analogen Zeichnungen und digitaler FX mit seinen weitläufigen Flächen und abstrakten Brüchen erinnert ein wenig an das Artdesign von Goichi Suda’s Killer 7 oder an El Shaddai: Ascension of the Metatron und wirkt ungemein stilsicher.

Serial Experiments Lain ist auch optisch recht experimentell und setzt auf weitläufige Flächen, harte Kontraste und einen recht abstrakten Stil.

Gleichzeitig gefällt mir das Charakterdesign nicht wirklich, weil es zwar realistisch gehalten ist, aber vergleichsweise einfach und wenig detailreich ausfällt.  Speziell Lain wirkt merkwürdig gesichtslos, mit teils seltsamen Proportionen und diesem komischen Zopf. Auch animationstechnisch kann SEL nicht punkten. Man merkt dem Anime schlichtweg sein Alter an, alles wirkt ein wenig holprig – dadurch, dass SEL aber beinahe gänzlich ohne Actionsequenzen auskommt, fällt das nicht so sehr ins Gewicht.

Die Bilder selbst sehen auf Blu Ray knackscharf aus und kommen ganz ohne Unschärfen, Rauschen oder sonstigen Bildfehlern aus, wie man es manchmal bei älteren Animes beobachten kann. Hier rechnet sich die digitale Machart. Das Bild ist in 1080p aufgelöst, allerdings liegt die Serie ausschließlich im veralteten 4:3 Format vor. Ähnlich wie bei anderen Veröffentlichungen aus dieser Zeit hat sich Nipponart daher für eine 16:9 Pillarbox entschieden. Das heißt, das 4:3 Bild wird an beiden Seiten von schwarzen Balken „umrahmt“.

 

SOUNDDESIGN, TON UND SYNCHRONISATION // „Present days, present times… hahahahahahaha //

In Sachen Score und Soundtrack überzeugt Serial Experiments Lain hingegen auf ganzer Linie – Angefangen bei dem melancholischen Opener „Duvet“ der britischen Band bôa hin zum verrauchten japanischen Blues des Outros, wird die trübe Stimmung des Animes perfekt eingefangen. Der Ambient-Score aus der Feder von Akira Takemoto sorgt ebenfalls für Gänsehaut. Das flimmernde Surren der Strommäste sorgt ebenso für eine bedrohliche Soundkulisse, wie die verfremdeten Umgebungsgeräusche. Es rauscht, es zischt, es blubbert, es knackt – Gesprächsfetzen werden wie durch einen seltsamen Filter wiedergegeben und beschwören das Bild einer urbanen Apokalypse. Minimalistische Elektronik wird an einigen Stellen durch berstende Kakophonie zerschnitten, dann wieder gähnende Stille. Der Score setzt einerseits auf die erwähnten Verfremdungseffekte und auf der anderen Seiten auf Laut-Leise Dynamiken. Die ganze Soundkulisse vermittelt ein Gefühl der permanenten Unruhe.

Der Ton liegt auf der Blu-Ray im DTS-HD MA 5.1-Format vor. Man merkt zwar auch der Tonqualität ab und an ihr Alter an, dennoch kann der Sound im Wesentlichen mit aktuellen Veröffentlichungen mithalten. Das ist in erster Linie der stimmigen Abmischung zu verdanken. Aber auch die Synchronisation ist durchweg gut gelungen und alle SprecherInnen wurden sorgfältig ausgewählt. Ob es große Diskrepanzen im Drehbuch gibt, kann ich nicht beurteilen. Die Lokalisierung erschien mir grundsätzlich sehr gelungen.

PHYSISCHE UMSETZUNG

Die Serial Experiments Lain Gesamtausgabe wird wie auch andere ähnlich geartete Veröffentlichungen aus dem Hause Nipponart als aufklappbares Digipack im Pappschuber ausgeliefert. Und wie üblich verzichtet man bei Nipponart glücklicherweise darauf, das FSK-Siegel direkt auf den Schuber zu klatschen. Das Logo auf dem Digipack hingegen ist aufgedruckt. Ich hätte mir den Schuber allerdings etwas „fester“ gewünscht, da das Digipack vergleichsweise lose im Schuber verrutscht. Die Artworks des Digipacks sind recht ansehnlich. Beigelegt werden dem ganzen Paket außerdem ein Sticker sowie ein Poster zum Anime. Die dreizehn Episoden werden bei der Blu-Ray Fassung auf zwei Disks, bei der DVD-Ausgabe hingegen auf drei Disks ausgeliefert. Insgesamt fühlt sich die ganze Aufmachung recht wertig an.

FAZIT:

Serial Experiments Lain ist ein faszinierender Vertreter des Cyberpunk-Genres und wird seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1998 nebst Werken wie Akira, Neon Genesis Evangelion und Ghost in the Shell als Klassiker gehandelt. Der Anime ist in seiner Konzeption ein avantgardistisches, schwer verdauliches Machwerk, das existentielle Fragen um Identitätskonzeptionen und das Menschsein an sich aufwirft und bereits Ende der 90er eine beeindruckend weitsichtige Prognose über die digitale Vernetzung von Menschen zu treffen vermochte. Passend zur fragmentierten Erzählweise experimentiert der Film auch optisch mit kontrastreichen, flächigen Bildern und untermalt diese mit einem unterkühlten, industriellen Score. Serial Experiments Lain ist kein Popcorn-Zeichentrick zum Nebenherschauen, sondern fordert und überfordert seine Zuschauer. Allerdings ist es letztlich auch nicht das Meisterwerk, zu dem es in Fankreisen häufig hochstilisiert wird. Dafür wirkt die Narration dann schlussendlich einen Tacken zu gehetzt, dafür wirken die Charakterisierungen relativ zentraler Figuren eine Spur zu oberflächlich. Und nicht zuletzt wirken auch die Charakterdesigns bisweilen ein wenig zu plump. Nichtsdestotrotz ist Serial Experiments Lain ein Werk, das man sich auf jeden Fall zu Gemüte führen sollte, wenn man den etwas anderen Anime sucht. Eine klare Empfehlung gibt es deshalb trotzdem.

ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 13. Oktober 2017

Publisher:  Nipponart

Genre: Cyberpunk, Sci-Fi, Psychological

Laufzeit: 325 Minuten

FSK: 12

Bild: 1080p

Ton/Sprache:  Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch PCM 2.0

Untertitel: Deutsch

Quellen: www.animeaufdvd.info, Amazon.de,
Copyright: © 1998 Triangle Staff/Pioneer LDC
Serial Experiments Lain Gesamtausgabe auf Blu-Ray
  • Handlung
  • Inszenierung/Regie
  • Zeichnungen
  • Animation
  • Score/Soundtrack
  • Unterhaltung bzw. Anspruch
  • Technische Umsetzung Blu-Ray
3.9

Kurzfassung

Serial Experiments Lain ist ein faszinierender Vertreter des Cyberpunk-Genres. Der Anime ist in seiner Konzeption ein avantgardistisches, schwer verdauliches Machwerk, das existentielle Fragen um Identitätskonzeptionen und das Menschsein an sich aufwirft und bereits Ende der 90er eine beeindruckend weitsichtige Prognose über die digitale Vernetzung von Menschen zu treffen vermochte.

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Über Martin Pilot 221 Artikel
27 Jahre jung, beschäftige ich mich schon nahezu mein ganzes Leben mit Videospielen und Videospielkultur. Erstmals in Kontakt gekommen mit dem Medium bin ich Anfang der 90er Jahre mit einem Commodore 64 von der Resterampe, wo ich ausgiebig Giana Sisters und die Turrican-Umsetzungen suchtete und immer ein bisschen neidisch zu den Amiga-Besitzern rübergeschielt habe. Mitte bis Ende der 90er Jahre war ich vordergründig im Sega-Lager unterwegs - Bis heute ist die Sega Dreamcast meine liebste Plattform (Shenmue *hrhr*). Ich studiere darüber hinaus Englisch und Geschichte auf Lehramt und bin von meinen Interessen generell sehr auf die Darstellenden Künste fokussiert (Musik/Film/Theater).

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