SONY denkt wieder verstärkt über Entwicklung von eigenen Japano-Rollenspielen nach

J-RPGs hatten ihre (qualitative wie quantitative) Hochzeit vor allem in den 1990er Jahren. Zwar ist das Genre nach wie vor präsent, aber zumindest hatte man in den letzten Jahren das leise Gefühl, dass altehrwürdige Entwickler wie Square Enix nicht mehr so ganz an die frühen Erfolge anknüpfen können oder wollen. In letzter Zeit konnten japanische Spiele aber wieder deutlich mehr Fuß auf dem globalen Markt fassen, und exemplarisch für das Genre J-RPG konnte auch ATLUS‘ Persona 5 beachtliche Erfolge auf dem Weltmarkt erzielen. Doch auch Final Fantasy XV, NieR: Automata oder Dragon Quest XI konnten sehr gute Zahlen vorweisen.

Aus diesem Grund denkt SONY darüber nach, wieder die Entwicklung eigener Japano-Rollenspiele zu forcieren. Das deutete Shuhei Yoshida, Präsident der SONY Worldwide Studios, im Rahmen des National Entertainment Events an. Gemeinsam mit Atsushi Morita, Präsident von Sony Computer Entertainment Japan & Asia, nahm Shuhei dort am Panel „Dengeki x Famitsu“ der beiden renommierten Fachzeitschriften teil.

Atsushi Morita und Shuhei Yoshida während des „Dengeki x Famitsu“-Panels

Zu PSX/PSOne-Zeiten beackerte SONY mit Titeln wie Wild Arms, Arc the Lad, Crime Crackers und vielen weiteren, weitgehend Japan-exklusiven, Genrebeiträgen das JRPG-Feld recht intensiv. Höhere Entwicklungskosten führten aber dazu, dass SONY sich verstärkt auf IPs konzentrierte, die eher auf den Geschmack der weltweiten Zielgruppe abzielten. Da SONY derzeit ohnehin „Wild Arms“ und „Arc the Lad“ für das Mobile Devices-Segment neu aufbereitet, wurde während des Panels die Frage gestellt, ob man sich vorstellen könne, dass darüber hinaus weitere IPs von den eigenen First Party-Studios folgen. Und tatsächlich gab es auch zahlreiche Anfragen von langjährigen Fans nach neuem J-RPG Futter, die SONY aufhorchen ließen. Und da die jüngst von japanischen Studios entwickelten Spiele auch bei westlichen Spielern gut ankommen, glaubt man bei Sony, dass es durchaus profitabel sein könnte, wieder verstärkt eigene Japano-Rollenspiele zu entwickeln und sie auch auf dem westlichen Markt zu releasen.

Obwohl keine wirklich konkreten Details genannt wurden, halten wir die Perspektive von SONY-eigenen JRPGs für eine gute Entwicklung. SONY hat in den letzten Dekaden gezeigt, dass man sich sehr viel Zeit für die eigenen Marken nimmt. Und mit der Rückkehr ins Rollenspiel-Metier japanischer Prägung, kann die Japan-Renaissance für deutlich mehr Diversität im Videospielbereich sorgen.

 

Quelle: Gamefront.de

Über Martin Pilot 118 Artikel
27 Jahre jung, beschäftige ich mich schon nahezu mein ganzes Leben mit Videospielen und Videospielkultur. Erstmals in Kontakt gekommen mit dem Medium bin ich Anfang der 90er Jahre mit einem Commodore 64 von der Resterampe, wo ich ausgiebig Giana Sisters und die Turrican-Umsetzungen suchtete und immer ein bisschen neidisch zu den Amiga-Besitzern rübergeschielt habe. Mitte bis Ende der 90er Jahre war ich vordergründig im Sega-Lager unterwegs - Bis heute ist die Sega Dreamcast meine liebste Plattform (Shenmue *hrhr*). Ich studiere darüber hinaus Englisch und Geschichte auf Lehramt und bin von meinen Interessen generell sehr auf die Darstellenden Künste fokussiert (Musik/Film/Theater).

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