Star Wars-Videospiel-History Teil 4: neue Systeme? Neue Spiele: 1993

Nach einer kurzen Pause kommt heute am #Retrosonntag der nächste Teil der Geschichte der Spiele zur großen Star-Wars-Saga. Der Staffelstab wird 1993 weitergegeben. Nachdem mit einer Neuauflage des Arcade-Auomaten für den Sega 32X das letzte mal Brøderbund sein Glück versuchte, steht mit dem Aufkommen der Heimcomputer und dem Medium CD eine neue Ära am Start.

Es wird dreidimensional.

Nachdem sich die Fans mehr oder weniger nur mit 2D-Plattform-Jump’n’Runs begnügen mussten, bringt Lucasarts selber 1993 einen neuen Wind in die Gameszene: Sozusagen Eine neue Hoffnung. X-Wing wird für MS-Dos-PCs und Mac veröffentlicht. Als es damals auf die Heimcomputer kam, war das Programm ein Meilenstein. Schiffsmodelle, die in den Filmen kaum zu sehen, oder kaum eine Rolle gespielt hatten, waren plötzlich real: die Nebulon B-Fregatte, die Executor und einige andere. Im Spiel wird einiges aus den Filmen nacherzählt, auch wenn sich die Aufträge gleichen: ein Rebellenkonvoi muss geschützt, oder ein imperialer Verband soll überfallen werden. Als einsamer Underdog sitzt der Spieler im Cockpit seines Y-Wings bzw. später X-Wings und muss sich gegen immer neue Wellen von imperialen Angreifern behaupten. Heute nichts, was einen aus dem Sessel springen lässt, aber 1993 mit unglaublich detailliert dargestellten Modellen wirklich etwas Neues.

Muss es denn immer zum Film sein?

Diese Frage stellte sich anscheinend die Softwareschmiede Software Toolbox, als sie 1993 für das Mega-CD das Krieg der Sterne-Spiel Chess auf den Markt brachte. Kein Action-Abenteuer, sondern ein langsam voranschreitendes Game – Schach halt. Aber halt – es gibt tatsächlich auch einige Actionsequenzen. Auf der Seite der Rebellen sind für den Gamer unter anderem R2D2, C-3PO, Leia, Yoda als Spielfiguren auf dem Brett, während das Imperium mit Darth Vader und Sturmtruppen aufwartet. Ähnlich wie bei jedem Schachprogramm, gibt es verschiedene Fähigkeitenlevel und es ist möglich, gegen den Computer oder einen Freund zu spielen. Das Spiel an sich ist Standardschach, welches aber durch die oben genannten Action-Szenen aufgelockert wird und interessant bleibt. Die Animationen sind geschmeidig und der Sound kommt anscheinend direkt aus dem Film.

CD? Erster Versuch, das neue Medium direkt einzubinden.

Mit der CD kamen auch die sogenannten FMVs (Full Motion Video) in die heimische Bude. Und da Lucasart immer darauf aus war, State-of-the-Art mit seinen Spielen zu bleiben, war es nicht verwunderlich, dass das nächste Programm im Universum der Sternenkrieger sich voll auf diese neue Art der Darstellung bezog.

Als „Rockie One“ spielt der Fan bei Rebel Assault (MS-Dos, Mac, Sega CD) einen gesichtslosen Neuling in der Rebellenallianz. Als Railgun-Shooter konzipiert, bewegt man sich auf vorgegebenen Bahnen, die den Charakter in entlegene Orte bringt, die zwar aus dem ersten (vierten) Teil entliehen sind, aber… Naja, die Technik war in den Kinderschuhen. Die gefilmten Sequenzen waren grobkörnig und die Sprites hoben sich extrem von dem Hintergrund ab. Der Spieler hatte auch nicht viel mehr zu tun, als sein Fahrzeug auf, ab, links, rechts zu bewegen, oder mit einem Fadenkreuz gegnerische Schiffe zu treffen. Auch der obligatorische Run durch den Graben des Todessterns bringt nicht viel Abwechslung. Und… hat nicht Luke Skywalker den „Millionentreffer“ erteilt? Auch wenn der Sound mit Samples aus den Filmen glänzt, sind die Dialoge uninspiriert und dröge. Trotzdem zeigt Rebel Assault, was das neue Medium zu leisten fähig sein kann und wird.

Mit dem nächsten Teil kommen, neben anderem, auch altbewährte Spielprinzipien wieder zu Ehren.

 

 

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