Tales of Zestiria Review

Für mich ist die Tales Serie wie gute Hausmannskost. Sie liefert zuverlässig fröhliche Charaktere, eine Geschichte die sich um Freundschaft dreht und einen Brawler Ansatz beim Kampfsystem. Tales of Zestiria ist da keine Ausnahme, der Übergang zu einer offenen Welt und schicke neue Kampfbewegungen machen es angenehm anders als seine Vorgänger.

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Auf in die grosse weite Welt

Die erste und willkommene Abwechslung ist die offene Welt. Zestiria entfernt beschränkte Flure die von Bäumen und Sträuchern begrenzt sind und lässt mich frei die Welt erkunden. Vielfältige Locations gibt es zu genüge, über grüne Wiesen, Sand gepeitschte Wüsten und düstere Sümpfe wird einiges geboten. Dies gibt Zestiria ein Gefühl der Immersion , die einigen seiner linearen Vorgänger fehlt . Schatztruhen und Stat erhöhende Kräuter sind immer noch da, was mir aber gefallen hat sind die Normin, niedliche Tierchen die gut versteckt sind,die falls sie gefunden werden aber spezielle Fähigkeiten für euer Equipment gewähren. Es gibt auch die Herren des Landes, Gottheiten die euch Dinge wie schnell Reisen ermöglichen und falls eure Beziehung zu eben diesen Gottheiten gut genug ist, füllen sie auch bereits geöffnete Schatztruhen wieder auf. Das sind alles nette Extras während ihr euch auf eurem Abenteuer befindet

Ein Normin kommt selten allein

Deprimierende Dungeons

Die einzige Problematik im Welt-Design sind die Linearen Dungeons . Sie sind kurz, mit rechtwinkligen Korridore und fadem Aussehen wie monotonen Wänden und Böden. Rätsel werden als billige Zeitschinderei verwendet, um die Dungeons länger und komplizierter wirken zu lassen als sie es eigentlich sind. Der Preis für das schlimmste „Puzzle“ geht, wie man es hätte sich denken können, an den Wasser-Tempel. Die Augen an den Wänden teleportieren euch direkt zum Anfang des Dungeons falls sie euch erblicken. Einige Rätsel sind ganz spassig aber fühlen sich im großen und ganzen wie eine lästige Pflicht an, das machen andere Spiele besser.

Glücklicherweise  haben die Dungeons fantastische Musik, die die Langeweile etwas lindert. Der Wind-Tempel sticht hier besonder hervor. Es gibt auch eine gute Auswahl an Feinden. Killer Seesterne und aggressive Elefanten erfordern unterschiedliche Strategien, das verhindert dass bei Kämpfen Langeweile einsetzt.

Die Freude des Kampfes

Wie die Weltkarte wurde auch das Kampfsystem aufgefrischt. Ihr habt nun die Möglichkeit euch dank eurer Seraphs zu verwandeln, das sieht nicht nur toll aus sondern hat auch einen nutzen. So könnt ihr in eurer „Super“ Form neue Combos verteilen, die auch mehr Schaden machen, sowie bestimmte Elemente zu eurem Vorteil nutzen.

Sich auf den Kampf vorzubereiten ist fast so gut wie das Kämpfen selbst. Zestirias Anpassungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Jedes Stück Equipment verfügt über vier Fertigkeiten Plätze, von denen drei gefüllt werden können wie ihr es für richtig haltet. Elemente des gleichen Typs können miteinander verschmolzen werden um leistungsstarke Stücke, die neue und bessere Fähigkeiten haben zu erschaffen. Mir persönlich hat die Anpassung meiner Ausrüstung sehr viel Spaß gemacht, der Prozess wird durch das Fähigkeiten Blatt vereinfacht da ihr genau sehen könnt wie ihr den maximalen nutzen rausholt.

Das Fähigkeiten Blatt hilft beim anpassen eurer Ausrüstung
Das Fähigkeiten Blatt hilft beim anpassen eurer Ausrüstung

 

Eine Story zum vergessen

Ich wünschte ich könnte so begeistert von der Geschichte sein, aber leider fand ich sie ziemlich schwach. Trotz einer faszinierenden zynische Sicht auf den menschlichen Zustand (einige Leute sind wegen der Stärke ihrer Überzeugung Böse, nicht etwa weil sie von Dämonen besessen sind), weicht die Geschichte nie wirklich vom Stereotyp ab „Junger Bursche wird zum Retter der Welt“.

Den Charakteren fehlt auch das gewisse etwas, abgesehen von Alisha und Rose sind alle anderen Helden von Zestiria „forgettable“ wie es so schön auf neu deutsch heißt.

Rose
Rose
Alisha
Alisha

Dabei hilft es auch nicht, dass das Tempo des letzten Aktes durch eine Menge unnötigen Backtrackings in die Länge gezogen wird. Das nützliche Teleportations System wird ständig deaktiviert, und zwingt einen dazu von einem Ende der riesigen Karte zum anderen zu latschen. Die Höhe ist dann dass man das alles getan hat nur um eine 10 sekündige Zwischensequenz zu gucken. Das hätte man besser lösen können.

Was die Zeit beim Reisen aber ungemein verkürzt ist der lokale Multiplayer Aspekt. Ich hatte ungemein Spaß bei den Kämpfen die Taktik mit meinem Mitspieler abzusprechen, ein Feature was häufiger in modernen RPGs eingebaut werden sollte.

Mein Fazit

Tales of Zestiria weicht nicht zu weit von seinen Vorgänger ab, aber eine einfache Kopie ist es auch nicht. Die linearen Dungeons und fadenscheinige Story sind große Schwächen, aber die Erkundung der großen offenen Welt, die tollen Anpassungsmöglichkeiten und die Neuerungen im Kampf System lassen es auf eigenen Beinen stehen.

Bewertung
  • 7/10
    Story - 7/10
  • 8/10
    Gameplay - 8/10
  • 6/10
    Grafik - 6/10
  • 9/10
    Musik - 9/10
7.5/10
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