Tamagotchi On: süß und… nervig

© Bandai

Beep. Beep. Beep! Der ständige Refrain eines unglücklichen Tamagotchi. Oder wirklich irgendeines Tamagotchi. Die Kinder der 90er Jahre lernten, diesen Klang zu lieben und zu fürchten, als das eiförmige japanische Spielzeug vor über zwanzig Jahren erschienen ist.

Und während Tamagotchi nie wirklich komplett verschwunden ist, haben die meisten Leute es zugunsten robusterer Smartphonesimulationen, wie Pokémon Go oder Neko Atsume, hinter sich gelassen. Jetzt hat Bandai eine neue Kreatur für das Smartphone-Zeitalter entwickelt, die ihren Wurzeln als Single-Serving-Gerät treu bleibt, aber auch eine Menge Konnektivität bietet, damit man mit seinem virtuellen Haustieren super sozial werden kann.

Das Erste, was man an Tamagotchi On bemerken wird, ist, dass es ein verdammtes kleines niedliches Mistvieh ist. Seine 2,5-Zoll-Höhe füllt eine erwachsene Hand und es ist nicht besonders taschenfreundlich. Dank der gegenüber dem Standard-Zwei-Zoll-Modell vergrößerten Abmessungen, können ein 2,25-Zoll-Farb-LCD-Bildschirm, ein Infrarotsensor und Bluetooth integriert werden, sodass eine Verbindung zu einem Telefon hergestellt werden kann.

Dies ist nicht der erste Tamagotchi, der eine Verbindung zu einem Gerät herstellt: Dies war der Tamagotchi 4U, mit dem Benutzer Geschenke herunterladen können, indem sie mit dem Plastikei auf ihr Telefon oder Tablet tippten. Aber dieser benutzte NFC, um Daten zu übertragen und wurde nur in Japan veröffentlicht. Dieses Bluetooth LE-Modell ist das erste Tamagotchi-Modell, das eine vollständige Hin- und Her-Konnektivität ermöglicht. Man kann die Kreatur in die kommende Tamagotchi On-App übertragen, andere Charaktere treffen, an Veranstaltungen teilnehmen und neue Inhalte, einschließlich einer Geolocation-Funktion, herunterladen. Leider ist die App noch nicht zum Testen bereit, daher kann nicht gesagt werden, ob das etwas Gutes ist.

Als eigenständiges Gerät ist das Tamagotchi On jedoch ziemlich voll ausgestattet. Die Vorderseite des Eies behält das standardmäßige Drei-Tasten-Steuerungsschema bei, das zwar bei der Texteingabe nervt, aber für die Grundfunktionen der Kreatur in Ordnung ist. Das Haustier wird meistens ein hübsches, aufgeräumtes kleines Wohnzimmer einnehmen und entweder in Entzücken oder Depressionen herumtanzen, obwohl man die Möglichkeit hat, mehr Zimmer zu kaufen, wenn man durch Aktivitäten virtuelles Geld verdient. Man wird den kleinen Kerl oder das kleine Mädchen füttern, seine Kacke aufräumen und regelmäßig damit spielen. Wenn Aufmerksamkeit erforderlich ist, piept das Gerät den Besitzer an. Zumindest ist es nicht so hartnäckig wie bei früheren Tamagotchis, mit denen man gespielt hat.

Abgesehen von diesem grundlegenden Repertoire hat das kleine Monsterchen tatsächlich einiges zu tun. Man kann das Haustier durch die Stadt streifen lassen und es in den Park bringen, um mit Spielcharakteren zu interagieren. Bei einem Ausflug in den Laden können mehr Räume zum Wohnen, Spielzeug zum Spielen und Accessoires gekauft werden, die sie tragen können. Im Laden sind auch zwei Spiele zu spielen, eines, wo man Haie vermeiden und Geschenke von Delphinen erhalten kann und eine anderes, wo die A-Taste so schnell wie möglich  drücken muss um zu surfen. Auch können andere Städte für den Besuch freigeschaltet werden, was die Landschaft verändert und dem Haustier ermöglicht, noch mehr Arten von Tamagotchi zu treffen.

Auch ohne die App gibt es dank des oben angebrachten Infrarotsensor eine gewisse Konnektivität. So kann man zwei Kreaturen direkt für einem Playdate synchronisieren, so dass sie miteinander spielen oder Fotos aufnehmen können.

© Bandai

Weniger verwirrend und viel lustiger sind die Ferien, auf die der Tamagotchi geschickt werden kann. Ein Benutzer sendet eine Einladung, und das andere Haustier zeigt auf dem Bildschirm ein Abwesenheitszeichen an, während es auf das andere Gerät übertragen wird, um eine Urlaubsreise zu unternehmen. Es gibt eine kurze Animation, in der die beiden ihre gemeinsame Zeit genießen, sich dann trennen und beide Geräte zur Normalität zurückkehren. Aber das eigene Tamagotchi bekommt gelegentlich Post von seinem neu gefundenen Freund, was manchmal daran erinnert, dass er sich wieder treffen sollte. Nach einiger Zeit und vielen Treffen können die beiden Tamagotchis heiraten und Generation für Generation liebenswerter Haustiere züchten.

Ob es sich lohnt, die knapp 60$, die Bandai für dieses Modell veranschlagt, wenn es in diesem Sommer herauskommt, muss sich erst zeigen, wenn sämtliche Funktionen über die App freigegeben werden; frühere Modelle, wie die Jubiläumsausgabe, haben nur 25 Euro gekostet und sind jetzt teilweise sehr viel günstiger zu bekommen. So wie es ist, ist es super süß und man wird es liebe, damit herumzuspielen.

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