Und wieder eine Perle aus der Schatztruhe für den Retrosonntag – Battle Arena Toshinden

Wir schreiben das Jahr 1994: Der Krieg der 32-Bit-Konsolen ist in vollem Gange. SEGA und Sony versuchen sich gegenseitig mit immer ausgefalleren Spielen aus zu stechen. Gerade, als es so aussieht, dass der Traditions-Spiele-Hersteller mit seinem Saturn und Umsetzungen von hausinternen Arcade-Automaten leicht die Nase vorn haben würde, setzt Sony mit der Veröffentlichung eines Games, dass das erste mal im 3D-Prügler-Bereich auf Gadgets, wie Messer und anderen spaßigen Features im Versus-Modus setzt, dem Königsthron von Virtua Fighter einen vielleicht würdigen Gegner entgegen: Battle Arena Toshinden.

Im Sommer 1995 bringt die Konsole von Sega mit Daytona USA und vor allem Virua Fighter die Augen der Spielergemeinschaft zum Glühen. Das erste mal, können die Gamer „echtes“ gefülltes 3D auch zu Hause genießen. Doch viel schreckt der doch damals hohe Preis der Kiste ab – da Sony mit seiner Playstation schon in den Startlöchern steht: günstiger und im 3D-Bereich kraftvoller soll sie sein. Und kurz darauf steht die Sony-Konsole schon fast in allen Haushalten. Mit extrem hochwertigen Launchtiteln, Ridge Racer, WipeOut, Twisted Metal, Punktet die neue Daddel-Kiste. Doch – wie schaut es mit einer Konkurrenz für den bis dato unbestrittenen König der Prügelspiele aus? Mit einem neuartigen Konzept versuchen die Neulinge auf dem Markt an der Spitze zu Kratzen. Battle Arena Toshinden macht sich auf – in die Arena.

Und so beginnt es…

Es ist einfach, es ist schön, es ist neu. Die Charaktere sind bunt. Mit gemappten Texturen (Gouraud Shading) ist es den 10 Jahre alten Flat-Shading-Figuren bei weitem überlegen. Und die Bewegungen sind für die damalige Zeit überraschend und geschmeidig. Takara zeigt mit den langsamen, aber flüssigen Animationen die kommenden 3D-Fähigkeiten der Playstation. Atemberaubende Effekte, wie Feuerbälle und das um den Gegner in 360° herum zu schleichen, machen das Übrige.

Auch im Soundbereich zeigt Toshinden, was in der neuen Konsole steckt: Musik in CD-Qualität und digitalisierte Stimmen bringen neuen Schwung in die Spielewelt.

Es gibt 8 Kämpfer, jeder mit einer Waffe seiner Wahl und einer Hintergrundgeschichte:

  • Eiji Shinjo – japanischer Schwertkämpfer, der Held des Spiels, sucht beim letzten Turnier seinen vermissten Bruder.
  • Kayin AmohSchwertkämpfer, Englisch, der Rivale des Helden, nimmt teil, um seinen Vater zu rächen, der im letzten Turnier getötet wurde.
  • SofiaArmee Peitsche, hübsche blonde Russin [kleines Kleid] ist hier, um sich zu erinnern [?]
  • Rungo Iron – der Koloss des Spiels, er ist hier, um seine entführte Frau und Tochter zu finden.
  • Fo Fai – ein alter chinesischer Mörder mit magischen Kräften und Klauenhandschuhen.
  • Mondo – ein Ninja, bewaffnet mit einem Schlagstock, der gekommen ist, um die organisierende Organisation des Turniers zu zerstören.
  • Herzog B. Rambert – der Franzose der Truppe, mit einem guten großen Schwert. Er ist nur hier, um Rache für die plötzliche Niederlage von Eiji zu nehmen.
  • Ellis – eine süße Tänzerin auf der Suche nach Spuren des Lebens ihres Vaters.

Kleine Anekdoten zu Battle Arena Toshinden:

  • Als exklusiver Titel für die Playstation angekündigt, wird Toshinden im folgenden Jahr als Battle Arena Toshinden Remix (in Anlehnung an Virtua Fighter Remix) auf dem Sega Saturn veröffentlicht. Mit neuen Figuren und einem „echtenStory-Modus.
  • Auch für den PC gab es eine Umsetzung für DOS. Hier gab es Earthworm Jim als spielbare Figur.
Earthworm Jim als spielbare Figur
  • Kurios:  auf dem Gameboy würde aus dem 3D-Gemetzel ein simples 2D-Prügelspiel.
  • Neben den drei Nachfolger gab es auch eine Kids-Variante, namens Battle Arena Nitoshiden, ein Puzzle-Spiel und eine Cartoon-Adaption.

    Battle Arena Nitoshiden
  • Es gibt zwei versteckte/spielbare Charaktere in der Battle Arena Toshinden, Gaia, den Endgegner und Sho Shinjo, den vermisste Bruder von Eiji.
  • Die japanische Version hat nicht den gleichen Soundtrack, wie die westlichen, auch wenn die Melodien gleich bleiben, sind die verwendeten Instrumente unterschiedlich. Es sollte auch beachtet werden, dass die Texte [auf Englisch] über die Musik der Sofia-Bühne entfernt wurden, weil sie zu „suggestiv“ sind. Aus den gleichen Gründen sind die Stimmen von Sofia und Ellis in der westlichen Versionen „ernster“.

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